Präsentation in Wermsdorf

Schloss Hubertusburg soll auf europäische Kulturroute

Gutachterin Maria Gravari-Barbas (Mitte) mit Vertretern aus den sächsischen Friedensorten Wermsdorf, Altranstädt und Bautzen sowie Unterstützern gestern im Alten Jagdschloss.

Gutachterin Maria Gravari-Barbas (Mitte) mit Vertretern aus den sächsischen Friedensorten Wermsdorf, Altranstädt und Bautzen sowie Unterstützern gestern im Alten Jagdschloss.

Wermsdorf. Sie haben alles gegeben: Die Wermsdorfer Mitglieder im europäischen Netzwerk Places of Peace – Friedensorte – haben mit Fotos, Berichten und in persönlichen Gesprächen am Freitag bei Maria Gravari-Barbas Überzeugungsarbeit geleistet, das Schloss Hubertusburg als vom Europarat definierte Kulturroute aufzunehmen. Gravari-Barbas ist Direktorin des Unesco-Lehrstuhls für Kultur, Tourismus und Entwicklung und als Gutachterin für den Europarat tätig.

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Neben der Alleenstraße

Gemeinsam mit Vertretern vom Steinhaus-Verein Bautzen und dem Schlossverein Altranstädt sowie den übrigen Mitgliedern des Friedensnetzwerkes will der Wermsdorfer Freundeskreis Schloss Hubertusburg erreichen, dass die Orte, an denen Friedensverträge oder Kapitulationen unterzeichnet wurden, auf einer europäischen Friedensroute verbunden und als Kulturweg eingetragen werden. „Diese könnte genauso eine Bedeutung erlangen wie andere, bereits bekannte Kulturrouten. Ich denke da zum Beispiel an die Deutsche Alleenstraße“, sagte Wolfgang Köhler, Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Hubertusburg.

Kulturelle und touristische Bedeutung

Die Zertifizierung habe zuerst eine kulturelle und touristische Bedeutung. „Wir im Freundeskreis fühlen uns vor allem der Tradition dieses Ortes verpflichtet“, sagte Köhler und erinnerte daran, dass 1763 im Schloss der Hubertusburger Frieden ratifiziert wurde, der den Siebenjährigen Krieg beendete. Der Frieden in Europa sei nicht einfach ein Geschenk, sondern diesen zu erhalten, sei ein Prozess, an dem das Netzwerk Places of Peace mitwirke, lobte Wermsdorfs Bürgermeister Matthias Müller (CDU), der Gastgeber für einen gemeinsamen Empfang war.

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Freundeskreis ist Gründungsmitglied

Ulf Müller vom Verein machte in seiner Präsentation deutlich, dass sich der Freundeskreis seit Jahren mit Führungen, Konzerten, den Friedensgesprächen sowie dem Jugendfriedenspreis und Veröffentlichungen darum bemühe, bei Besuchern und in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Bedeutung des Ortes zu schärfen. Deshalb habe man 2010 zu den Gründern des europäischen Friedensnetzwerkes gehört und mit allen Mitgliedern gemeinsam die Idee einer Friedensroute quer durch Europa entwickelt.

Partner zur Entwicklung wichtig

„In Zukunft kann diese Zusammenarbeit noch weiter ausgebaut werden“, sind die Bewerber überzeugt und nannten als Beispiel dafür ein gemeinsames Symposium oder Veranstaltungen für Jugendliche. „Um die Möglichkeiten durch die Route touristisch weiter zu entwickeln brauchen wir auch das Engagement von anderen Partnern wie der Gemeinde“, sagte Wolfgang Köhler, „wir im Freundeskreis machen alles ehrenamtlich. Unsere Gästeführer empfangen jedes Jahr unzählige Besucher, aber wir sind keine Profi-Touristiker.“

Breite Unterstützung für Bewerbung

Dass die Bemühungen bereits viel Unterstützung erfahren, zeige die Anwesenheit von Politikern und Vertretern verschiedener Institutionen. So konnte Eduardo Basso, Präsident des Netzwerkes Places of Peace, in Wermsdorf auch Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU) begrüßen, ebenso wie Landtagsmitglied Frank Kupfer (CDU), der selbst Mitglied im Freundeskreis Schloss Hubertusburg ist. Vertreter vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement sowie aus dem Landratsamt Nordsachsen und dem SPD-Büro von Volkmar Winkler unterstrichen außerdem die Unterstützung für die Bewerbung.

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Entscheidung fällt im ersten Halbjahr

Maria Gravari-Barbas interessierte sich vor allem für die Zusammenarbeit zwischen den Friedensorten und die Nachhaltigkeit der Projekte. „Ich bin nicht diejenige, die über die Bewerbung entscheidet“, machte sie in Wermsdorf klar. Sie werde ihren Bericht an die Kommission weitergeben, die dann voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs bestimmt, ob die Friedensroute durch den Europarat zertifiziert wird. „Bis zum Sommer sollte das feststehen“, blickte sie voraus.

Von Jana Brechlin

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