Bauarbeiten in Kirche

Sörnewitzer Altar kann doch saniert werden

Sanierung Kirche Sörnewitz

Sanierung Kirche Sörnewitz

Sörnewitz. In der Sörnewitzer Kirche geben sich immer noch Handwerker die Klinke in die Hand. An Gottesdienste ist hier in den nächsten Monaten nicht zu denken, die Sanierung läuft weiter auf vollen Touren. Jetzt soll – anders als zunächst geplant – sogar noch der Altar in Angriff genommen werden. Dafür muss die Kirchgemeinde kurzfristig Eigenmittel aufbringen und bittet deshalb erneut um Spenden.

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Seit Frühjahr eine Baustelle

Seit dem Frühjahr vorigen Jahres ist das Gotteshaus des Dorfes eine Baustelle. Für 350 000 Euro wird das Kirchenschiff umfassend saniert. 170 000 Euro steuert die Landeskirche bei, 100 000 Euro kommen als Fördermittel aus dem Leader-Programm und der übrige Anteil setzt sich aus Eigenmitteln der Kirchgemeinde Oschatzer Land, Rücklagen und Spenden zusammen.

Im Mittelgang sind bereits die aufgearbeiteten Sandsteinplatten verlegt.

Im Mittelgang sind bereits die aufgearbeiteten Sandsteinplatten verlegt.

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Neben Bänken und Podesten musste auch der Fußboden komplett entfernt werden. Bei meinem letzten Besuch vor Ort im Juli stand ich in der Kirche noch auf blanker Erde. Wie anders ist der Eindruck jetzt: Helle Sandsteinplatten liegen bereits im Mittelgang. Decke und Wände haben einen frischen Anstrich erhalten und das Bild über dem Altar, das eigentlich weichen sollte, konnte erhalten werden und strahlt nun in ebenmäßigem Blau.

Winterkirche für kleine Zusammenkünfte

In der Winterkirche baumeln etliche Kabel aus der Decke, in einer Ecke sind bereits Wasseranschlüsse und Abflüsse zu sehen. Diesen Raum, in dem bisher ob der ungeheizten Kirche im Winter Gottesdienste stattfanden, hat sich die Gemeinde erhalten. Hier sollen künftig kleinere Treffen wie Kaffeenachmittage stattfinden. Dafür werden eigens ein WC und eine Küchenzeile eingebaut.

Steinmetze verlegen die Sandsteinplatten.

Steinmetze verlegen die Sandsteinplatten.

Während Steinmetze weiter die gesicherten und aufgearbeiteten Sandsteine verlegen, verschafft sich Christian Engel einen Eindruck über die alten Holztüren in der Kirche. Die Tischlerei und Zimmerei Engel und Breitfeld aus Schmannewitz wird die Sitzbänke aufarbeiten, unter denen dann eine Bankheizung installiert wird, und kümmert sich auch darum, dass die Türen repariert und aufgefrischt werden.

Lampen für Ansichtsprobe

Ein paar Meter weiter packt Markus Treutler von der Elektro GmbH Kartons aus. Hänge- und Deckenleuchten kommen zum Vorschein – quasi für eine Anprobe vor Ort. „Das sind Lampen mit satiniertem Glas, die relativ schlicht und klassisch sind und gut in den Kirchenraum passen“, meint er. Das findet auch Architekt Stefan Bunke: „Die Leuchten sehen gut aus“, urteilt er beim Test, lediglich der Baldachin, der direkt auf das Deckenmotiv treffen würde, findet keine Gnade: „Da müssen wir eine andere Lösung suchen.“

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Architekt Stefan Bunke hält die Lampenprobe fest. Im Hintergrund ist die Rückwand des Altars mit Kanzel und Baldachin zu sehen.

Architekt Stefan Bunke hält die Lampenprobe fest. Im Hintergrund ist die Rückwand des Altars mit Kanzel und Baldachin zu sehen.

Eine Lösung haben die Sörnewitzer auch für ihren Alter gesucht – und bereits gefunden. Dieser war in der Sanierung ursprünglich nicht vorgesehen, nun gibt es dafür doch noch Förderung über den Denkmalschutz. Der Altartisch ist schon ausgebessert und neu verputzt, jetzt soll die historische hölzerne Rückwand, die mit Kanzel und Baldachin weit nach oben ragt, folgen.

Altarrückwand aus Holz mit Schäden

„Das wäre so schade gewesen, wenn alles andere saniert wird und das beim Altar nicht möglich ist“, macht Beate Kunow vom Ortsausschuss deutlich. Schließlich sei die Rückwand unten teilweise verfault und stark beschädigt. Das wird nun ausgebessert und dann bekommt das Ganze noch eine neue Farbgebung. „Für uns bedeutet das jetzt zusätzliche Kosten.

2500 Euro Eigenmittel nötig

2500 Euro müssen wir als Eigenanteil aufbringen“, sagt sie. Dafür bittet man in Sörnewitz erneut um Spenden. „Jeder Euro ist wichtig für uns“, so Beate Kunow. Sie wisse, dass sich viele Menschen – auch wenn sie nicht mehr vor Ort sind – mit der Kirche im Dorf verbunden fühlen. Auf diese zähle man jetzt. „Wir hoffen, dass möglichst viele Sörnewitzer und ehemalige Einwohner die Sanierung unterstützen.“

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Viele Spender und Helfer

Darauf habe man sich schon früher verlassen können, denn tatsächlich wurden vor Ort schon seit Jahren Spenden für die Sanierung gesammelt und auch bei nötigen Eigenleistungen fanden sich immer genug Helfer, die mit angepackt haben. Doch jetzt sind die Profis gefragt. Maurer und Maler haben ihre Arbeiten bereits erledigt, andere Gewerke sind ihnen gefolgt.

Provisorischer Pausenraum

Ein Campingtisch in der Winterkirche und ein Heizlüfter, der bei Außentemperaturen nur knapp über Null auch nötig ist, zeugen von einem improvisierten Pausenraum. Mit gezielten Handgriffen setzt Ralf Heinrich vom Steinmetzbetrieb Heischmann aus Riesa Fußbodenplatten ein. Der Sandstein sieht hell aus, fast wie neu. Tatsächlich handelt es sich bei den Quadraten aber um die alten Steine aus dem Boden des Kirchenschiffes. Die kommen nun auf ein Gemisch aus Split und Zement. „Das härtet anschließend aus und hält richtig gut, da passiert nichts“, versichert der Handwerker.

Bauende voraussichtlich im Spätsommer

Architekt Stefan Bunke hat Zeitplan und Finanzen im Blick – und ist optimistisch. „Die Kosten sind im Rahmen und beim Ablauf kommen wir gut voran.“ Er habe nicht damit gerechnet, dass etwa die Malerarbeiten an den Emporen im Dezember noch abgeschlossen werden konnten. „Das ist Ölfarbe und die braucht wirklich lange, um zu trocknen. Aber auch das ist geschafft“, sagt er. Voraussichtlich im Spätsommer soll die Sanierung dann fertig sein.

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Pläne für Gemeindefest

„Wir würden das gerne mit einem Gemeindefest feiern“, kündigt Beate Kunow an. Dann können sich auch alle Spender davon überzeugen, was mit ihrer Hilfe in Sörnewitz gelungen ist. „Mit der Unterstützung von vielen Menschen, für die wir unheimlich dankbar sind, schaffen wir das“, ist sie zuversichtlich.

Von Jana Brechlin

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