Sonderschau auf Schloss Hubertusburg

Verlorenes sächsisches Rokoko und Königshochzeit stehen im Fokus

Kurator Stefano Rinaldi (mitte)  führt die angehenden Gästeführer durch die Räume der neuen Sonderschau auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Weitere Fotos sehen Sie unter www.lvz.de.

Kurator Stefano Rinaldi (mitte) führt die angehenden Gästeführer durch die Räume der neuen Sonderschau auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Weitere Fotos sehen Sie unter www.lvz.de.

Wermsdorf. In einer der aufgestellten Vitrinen zieht ein Paar, musizierend auf einem Sofa sitzend, die Blicke auf sich. Die Kostbarkeit aus Meißner Porzellan stellt vermutlich Hofkapellmeister Johann Adolf Hasse mit seiner Frau, der Sängerin Faustina Bordoni, 1737 dar. Hasse führte einst in den Theatern im Dresdner Zwinger sowie auf Schloss Hubertusburg zahlreiche Opern im italienischen Stil erstmals auf.

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Neue Schau ist ab 28. April zu sehen

Die Porzellangruppe gehört zu den Ausstellungsstücken im Themen-Raum „Oper und Musik am Hofe“ der neuen Sonderausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die ab 28. April auf Hubertusburg in Wermsdorf gezeigt wird. Gemeinsam mit den Räumen zu den Schwerpunkten neues Herrscherpaar für Sachsen-Polen, Hofkultur und Repräsentation, Sammellust und Jagdvergnügen, Rokoko-Schloss und Jagdresidenz, Familie und Dynastie sowie Schlossgeschichte erinnert sie unter dem Titel „Friedrich August und Maria Josepha – Das verlorene sächsische Rokoko“ an die Hochzeit des Jahrhunderts zwischen der Kaisertochter und dem Sohn August des Starken. Über einen Monat lang wurde im September 1719 gefeiert. Der dankbare Vater ließ für seinen Sohn ab 1721 das Jagdschloss Hubertusburg errichten, das dieser als Kurfürst ausbauen ließ. Nun 300 Jahre später, erinnert die Schau nicht nur an diese Feierlichkeiten, sondern auch an die Bedeutung der Hofkultur und die Lebensumstände.

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30 Frauen und Männer werden als Gästeführer geschult

Rund 30 Frauen und Männer erhielten im Rahmen einer Gästeführerschulung für die neue Sonderausstellung am Sonnabend erstmals Einblicke in die Exposition. Zwar stehen und hängen noch nicht alle Schaustücke an ihrem Platz, doch bei der Führung durch Kurator Stefano Rinaldi lässt sich erahnen, was in wenigen Tagen geboten wird: Eine einzigartige Schau, die nicht nur über das kurfürstliche Paar Neues vermittelt, sondern ebenso Zusammenhänge zwischen Kunst, Kultur, Politik bis zum Alltagsleben der damaligen Zeit und deren Bedeutung für Europa, ja der Welt aufzeigt. Dazu dienen zum Beispiel Schätze aus der Rüstkammer, Gemälde oder Baupläne.

Unter den Gästeführern sind viele bekannte Gesichter

Unter den Frauen und Männern sind viele bekannte Gesichter, die bereits 2013 Besucher führten. Natürlich sind die Gästeführer des Freundeskreises Schloss Hubertusburg dabei, wenn in ihrem „Haus“ Neues geboten wird. Aber auch der Oschatzer Robert Schmidt, die Dahlenerin Jana Richter oder die Großböhlaerin Margitta Gärtner wollen bis zum Ausstellungsende am 6. Oktober den Hubertusburg-Besuchern einen bedeutenden Teil sächsischer Geschichte näher bringen.

Von Dienstag bis Sonntag werden Führungen angeboten

Von Dienstag bis Sonntag werden täglich verschiedene Führungen angeboten und können über den Gästeservice gebucht werden. Auch an verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Familien wurde gedacht. Zusätzliche Aktionen werden zum Internationalen Kindertag, Museumstag oder zur Wermsdorfer Schlösser-Nacht geboten.

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Wer sich die Sonderausstellung nicht entgehen lässt, kann zudem im Rahmen multimedialer Installationen in der Regie der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten weitere Einblicke in vergangene Zeiten erhalten. Doch damit ein Einsatz für die Frauen und Männer dann möglich wird, müssen diese noch eine Prüfung ablegen. Bis dahin heißt es, sich emsig Wissen anzueignen, sich mit der Geschichte Sachsens und der seines größten Schlosses, das zu den größten Jagdschlössern Europas gehört, zu beschäftigen. Der Grundstein dafür wurde am Sonnabend gelegt.

Von Bärbel Schumann

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