Sonderausstellung in Wermsdorf eröffnet

Wieder Kunstschätze im Schloss Hubertusburg

Eine zierliche Schönheit: Dirk Syndram und Marion Ackermann zeigen Michael Kretschmer den Schuh der italienischen Tänzerin La Barbarina um 1770.

Eine zierliche Schönheit: Dirk Syndram und Marion Ackermann zeigen Michael Kretschmer den Schuh der italienischen Tänzerin La Barbarina um 1770.

Wermsdorf. Von einem Hochzeitsgeschenk ohnegleichen war die Rede. Von einem zauberhaften Märchenschloss und vom sächsischen Versailles. Zur Eröffnung der Sonderschau „Friedrich August und Maria Josepha – das verlorene sächsische Rokoko“ am Sonntag im Wermsdorfer Schloss Hubertusburg sparten die Redner nicht mit Superlativen. Schon in der ersten Stunde überschritten mehr als tausend Gäste die Schwelle zum größten Barockjagdschloss Europas, um die Ausstellung zu besuchen.

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Eröffnung Ausstellung in Wermsdorf

Eröffnung Ausstellung FRIEDRICH AUGUST UND MARIA JOSEPHA - die Hochzeit des Jahrhunderts im Schloss Hubertusburg in Wermsdorf.

Café lädt während der Schau ein

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) hatten hier 2013 eine Schau zum 250. Jubiläum des Friedens von Hubertusburg kuratiert. Damals kamen mehr als 86 000 Besucher. „Dieses Jahr werden es sicher über 100 000 Gäste sein“, so Olav Praetsch optimistisch. Der Wermsdorfer Chocolatier hat extra für die Zeit der Schau ein Café auf dem Schlossgelände eingerichtet. Und geht es nach ihm, würde er dort auch dauerhaft Besucher bewirten. Ähnliche Töne schlug Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) an. Nachdem es Finanzminister Matthias Haß bereits gelungen sei, die Umsetzung der aktuellen Ausstellung abzusichern, überlege man intensiv, was hier dauerhaft und grundsätzlich geschaffen werden kann, so Kretschmer. „Das ist ein politisches Ziel“, betonte er, „wir möchten, dass man Hubertusburg immer besuchen kann.“

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Zentrales Schaudepot der SKD im Schloss geplant

Das soll zunächst durch die Einrichtung eines zentralen Schaudepots der SKD möglich werden, die Haß angekündigt hatte. Am Sonntag unterstrich der Ministerpräsident, dass der Freistaat bei der Förderung von Kunst und Kultur nicht nur große Städte, sondern auch ländliche Regionen im Fokus habe. "Wir werden weiter Akzente setzen und die Mittel für die Kulturraumförderung deutlich aufstocken", sagte er.

Kostbare historische Kunstschätze zu sehen

Was mit öffentlichen Mitteln im ländlichen Raum entstehen kann, ist im Schloss Hubertusburg ab sofort eindrucksvoll zu sehen: Zum ersten Mal haben die SKD und das Schlösserland Sachsen gemeinsam ein Projekt umgesetzt. Dabei sind kostbare historische Kunstschätze sowie moderne Videoinstallationen zu sehen, die das höfische Leben zurzeit des Rokoko nachbilden und an die Hochzeit des Jahrhunderts erinnern, als 1719 in Dresden wochenlang die Vermählung des Sohnes Augusts des Starken mit der Kaisertochter der Habsburger gefeiert wurde. „Es ist eine hochkarätige und ästhetisch anspruchsvolle sowie vielschichtige Ausstellung entstanden“, warb die SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann.

Hubertusburg soll wieder kulturelles Zentrum werden

Diese Schau, verbunden mit den Bemühungen im Freistaat, könne der Auftakt sein, um Hubertusburg wieder zu einem kulturellen Zentrum zu machen, überlegte Christian Striefler, Geschäftsführer Staatliche Schlösser, Burgen und Sachsen. „Vielleicht entsteht hier sogar ein sächsisches Humboldt-Forum“, sagte er. Solche Überlegungen gab es auch unter den Gästen: „Das Schloss ist so groß, hier kann noch viel mehr als nur eine Ausstellung Platz finden“, meinte Gerd Breilich, der aus Dresden zur Eröffnung gekommen war. „Zum Beispiel könnten sächsische Universitäten Institute hierher verlegen“, fügte er hinzu.

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www.skd.museum/hubertusburg

Von Jana Brechlin

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