"Cold Cases" aus den 70-ern und 80-ern

Cuxhavener „Disco-Morde“ bei „Aktenzeichen XY“: Neue Theorie und zahlreiche neue Hinweise

Moderator Rudi Cerne stellte bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" eine mysteriöse Vermisstenserie aus den 70er- und 80er-Jahren vor.

Moderator Rudi Cerne stellte bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" eine mysteriöse Vermisstenserie aus den 70er- und 80er-Jahren vor.

„Bevor ich meine Augen für immer schließe, möchte ich wissen, was mit meinem Kind passiert ist.“ Mit diesen Worten einer vom Schicksal schwer getroffenen Mutter eröffnete Rudi Cerne am Mittwochabend im ZDF die aktuelle Ausgabe des Fahndungsklassikers „Aktenzeichen XY ... ungelöst“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Besondere: Der Fall, der eingangs thematisiert wurde, ist seit Jahrzehnten ungeklärt. Die Mutter der 1977 unter rätselhaften Umständen verschwundenen Teenagerin Anja Beggers wartet seit 45 Jahren auf Antworten. Wurde ihre Tochter verschleppt und lebt womöglich noch? Wurde sie Opfer eines Serienmörders? Letztere Theorie, die sich zur Tatzeit und in den Folgejahren schnell verbreitete, gilt seit Neuestem als unwahrscheinlich.

Was geschah im Tanzlokal „Moustache“ in Bremerhaven?

Als „Disco-Morde“ oder auch „Anhalter-Morde“ hatte eine Serie von insgesamt sechs vermissten jungen Frauen in Norddeutschland in den 70er- und 80er-Jahren Schlagzeilen gemacht. Als Erstes verschwand jene Anja Beggers aus Midlum bei Cuxhaven, deren Schicksal bei „Aktenzeichen XY“ noch einmal mit den üblichen nachgestellten Szenen lebendig wurde.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Stream-Team

Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. – jeden Monat neu.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Am 7. Oktober 1977 hatte ein Freund die damals 16-jährige Schülerin mit dem Auto mit ins Tanzlokal „Moustache“ in Bremerhaven genommen. Zurück kam der Begleiter mit seinem VW Käfer ohne das Mädchen. Seine Aussagen und die von drei Freunden über den Verbleib Anjas waren widersprüchlich. Angeblich hatte die 16-Jährige die Musikkneipe verlassen, während die jungen Männer kurz ein anderes Musiklokal aufgesucht hatten. Eine Hypothese: Anja könnte als Anhalterin in die Fänge des Täters gelangt sein.

Hauptkommissar erhofft sich „Hinweise von Mitwissern oder potenziellen Zeugen“

Im ZDF-Studio stellte nun Kriminalhauptkommissar Rainer Brenner von der Kripo Cuxhaven klar: „Wir wissen gar nicht, ob Anja Beggeers das Moustache überhaupt erreicht hat. Wir erhoffen uns Hinweise von Mitwissern oder potenziellen Zeugen, die jetzt, nach 45 Jahren, der Mutter ihre Fragen beantworten.“

Auch in den Fällen der vermissten jungen Disco-Besucherinnen respektive Anhalterinnen Angelika Kielmann (verschwand 1978 in Cuxhaven), Anke Streckenbach (verschwand 1979 in Cuxhaven), Andrea Martens (verschwand 1980 in Garlstedt), Chrstina Bohle (verschwand 1982 Beverstedt-Heerstedt) und Jutta Schneefuß (verschwand 1986 in Loxstedt) erhofft sich der Leiter der Ermittlungsgruppe Cold Cases neue Hinweise.

Indes: Von einem Serientäter gehen die Ermittlungsbehörden heute nicht mehr aus. Trotz der augenfälligen Parallelen glaube man inzwischen nicht mehr „an die Theorie, dass die Frauen ein und demselben Täter zum Opfer gefallen sind“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Neue Hinweise: „Wirklich unglaublich, an was sich die Leute noch alles erinnern können!“

Gleichwohl sei man in allen Fällen auf die Angehörigen zugegangen. Von ihnen sei der Wunsch ausgegangen, noch mal an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch sei ein DNA-Abgleich mit den sogenannten „Göhrde-Morden“ in der Region Lüneburg veranlasst worden. Dessen Auswertung stehe noch aus.

Dass sich nach bis zu 45 Jahren noch mal etwas bewegen könnte in den sechs „Cold Cases“ aus Norddeutschland, ist nicht auszuschließen. Am Ende der „Aktenzeichen XY ... ungelöst“-Ausgabe konnte Kriminalhauptmeister Fabian Puchelt vom LKA München konstatieren: „Unsere Telefone klingeln heute im Dauerbetrieb, es kommen jede Menge Hinweise rein. Erstaunlicherweise haben wir heute die meisten Hinweise zu dem Fall aus dem Jahr 1977.“

Es sei „wirklich unglaublich“, so der Kriminalbeamte weiter, „an was sich die Leute noch alles erinnern können nach der langen Zeit“. Es hätten sich „Zeugen aus dem direkten Umfeld“ der Vermissten gemeldet.

Hinweise können Zeugen oder Mitwisser unter der Telefonnummer 04721 - 573200 geben sowie per E-Mail an xy@zdf.de.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/Teleschau

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Medien

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen