Im Alter von 84 Jahren

Ehemaliger WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist tot

Fritz Pleitgen Foto: Bernd Thissen dpa/lnw

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist verstorben (Archivbild).

Köln. Der Journalist Fritz Pleitgen ist tot. Das teilte der Westdeutsche Rundfunk am Freitag in Köln mit. Der ehemalige WDR-Intendant sei am Donnerstagabend mit 84 Jahren gestorben.

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Pleitgen galt als Symbolfigur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Garant für glaubwürdigen Journalismus im Fernsehen. Er war lange Zeit ARD-Korrespondent, unter anderem in Moskau und Washington.

Anschließend war er bei seinem Heimatsender, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR), Chefredakteur, Hörfunkdirektor und dann von 1995 bis 2007 zwölf Jahre lang Intendant. In dieser Zeit setzte er sich unter anderem für den Aufbau der Regionalstudios ein - das Motto hieß: „Wir schalten nach nebenan“. „Dabei wollte ich gar kein Hierarch werden“, versicherte er einmal der Deutschen Presse-Agentur. „Ich wollte immer nur Journalist sein. Die Ämter habe ich aber gerne ausgeübt.“

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„Ein großer Kapitän verlässt nun die Bühne des Lebens. Er hat den WDR geprägt wie kaum ein anderer“, sagte WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow am Freitag. „Fritz Pleitgen stand für Mut und Fairness, und er liebte seinen WDR“, hieß es weiter.

„Gesicht des Reviers“

Pleitgens letztes Großprojekt war die Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Hier war er von 2007 bis 2011 Vorsitzender der Geschäftsführung und als solcher „das Gesicht des Reviers“ im Kulturhauptstadtjahr. Es ging ihm darum, überholte Vorstellungen vom einstigen „Kohlenpott“ abzubauen und neue Bilder vom Ruhrgebiet um die Welt zu schicken. Als im Kulturhauptstadt-Jahr 21 Menschen bei der Loveparade-Katastrophe starben, fuhr Pleitgen als einer von wenigen sofort an die Unglücksstelle und räumte öffentlich eine moralische Mitverantwortung ein.

Im Sommer 2020 war bekannt geworden, dass Pleitgen an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt war. Das hatte die Deutsche Krebshilfe mitgeteilt. Pleitgen hinterlässt seine Frau, drei Söhne und eine Tochter. Sein Sohn Frederik Pleitgen ist ebenfalls Fernsehjournalist. Als er 2018 als CNN-Korrespondent nach Moskau ging, gestand der Vater: „Ich beneide ihn darum.“

RND/dpa

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