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„Despoten mit Großmacht-Komplex“

„heute-show“ setzt Zeichen gegen Putin

"Im Lockdown verrückt geworden?" Oliver Welke von der "heute-show" äußerte große Zweifel am Geisteszustand von Russlands Präsident und Kriegsführer Wladimir Putin.

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Obwohl „die Schnittmenge zwischen Nachrichtenlage und Comedy nahe null“ gehe, entschloss sich die „heute-show“ (ZDF) trotz der schrecklichen Ereignisse in der Ukraine zur Ausstrahlung. Und Moderator Oliver Welke teilte mächtig gegen den russischen Kriegstreiber Wladimir Putin aus.

Damit fühlte sich auch die „heute-show“ dem überwältigend großen Teil der Welt zugehörig, der diesen Krieg verdammt. Und zeigte sich solidarisch mit „den unfassbar tapferen Menschen“, die in der Ukraine gegen die Eindringlinge kämpft - zum Teil mit selbst gebastelten Molotov-Cocktails. Welke voller Respekt: „Wow, Molotow-Cocktails! Also meine Omma hat Kohlrouladen gemacht, wenn Besuch kam - aber den hatte sie auch meistens selbst eingeladen.“

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Am Ende, das fürchtete auch Welke, dürfte wortgewaltige Satire den „Despoten mit Großmacht-Komplex“ ebenso wenig stoppen wie der ukrainische Widerstand. Aber es gehe, so der Moderator, auch um ein Signal. Ein weiteres gehe um die Welt: „Putin hat schon verloren, egal wie der Krieg ausgeht. Denn das Stigma dieses brutalen Überfalls auf ein friedliches Nachbarland, das wird er nie wieder los.“

Außerdem: „Im direkten Vergleich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zieht er sowieso den Kürzeren.“ Welke voller Respekt: „Ausgerechnet ein gelernter Komiker zeigt der Welt mal eben, wie Mut geht.“

Ist Putin im Corona-Lockdown plemplem geworden?

Bei dem, was Putin in der Ukraine veranstalte und was er alles zusammenfantasiere, stelle sich die Frage der Fragen: „Ist der noch ganz dicht?“ Immerhin sei der Krieg laut russischer Propaganda gar kein Krieg, sondern eine „Spezialoperation zur Friedenssicherung“ gegen ein „ukrainisches Marionettensystem der USA, das aus Drogensüchtigen und Nazis“ bestehe.

Oliver Welke konnte da nur den Kopf schütteln: „Nun, im Lockdown sind ja viele verrückt geworden. Warum nicht auch der Wladimir?“ Für die „Plemplem-Theorie“ spreche auch, dass Putin mit einem schnellen Sieg und ernsthaft damit rechnete, die Ukrainer würden die russischen Soldaten mit „Schnittchen und Blumen“ als Befreier empfangen.

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Putin verursache Schrecken und Leid in der Ukraine - und eine „historische Zäsur in Deutschland“. Plötzlich habe sich die Bundesregierung nicht nur entschlossen, Waffen zu liefern. Sondern auch dazu, demnächst die seit Jahrzehnten geforderten (und versprochenen) zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für die Verteidigung auszugeben. Plus: 100 Milliarden gibt‘s als Sondervermögen für die Bundeswehr.

Kann die Bundeswehr uns verteidigen?

Das Geldversprechen an „den Bund“ überraschte Gernot Hassknecht (Hans-Joachim Heist) dann doch, Motto: „Wo hat der große Scholzini die Kohle hergezaubert?“ Zwar drückte Hassknecht Verständnis dafür aus, dass die Bundeswehr „ausnahmsweise“ auch mal wieder ein fliegendes Flugzeug und ein schwimmendes Schiff haben wolle. Andererseits müssten von den „neuen Spendierhosen“ aber auch andere Baustellen profitieren. Die Digitalisierung etwa, oder die Bildung. Oder, und da wurde Hassknecht laut, die Schulen. „Für eine Milliarde, also für ein verf....es Hundertstel vom neuen Sondervermögen für die Bundeswehr, könnte man alle deutschen Schulen bis zum nächsten Pandemie-Herbst mit Luftfiltern ausstatten.“

Kein Zweifel bestehe, so auch Welke, dass die Bundeswehr in den letzten Jahren „kaputtgespart“ worden sei. Besonders unter der Herrschaft der Verteidigungsministerinnen Kramp-Karrenbauer und von der Leyen, die sinnigerweise trotz akuter Geldknappheit monströse Honorare für teilweise dubiose Berater ausgaben. Welke: „Guter Rat ist teuer, schlechter aber auch.“ Das Ergebnis von all dem: Derzeit könnte, so sagen Experten frei heraus, die Bundeswehr ihre im Grundgesetz definierte Aufgabe - die Verteidigung des Landes - gar nicht erfüllen.

Und was ist mit der Wehrpflicht?

Und so kam es, flankiert von dem 100-Milliarden-Geldsegen für die marode Truppe, auch zur Diskussion über das Comeback der allgemeinen Wehrpflicht. Und das im 40. Jubiläumsjahr von „Ein bisschen Frieden“, mit dem Nicole 1982 den Eurovision Song Contest gewann. Diesem Jubiläum gedachte auch Friedemann Weise, der aus der „Ralph-Siegel-Mehrzweckhalle“ in Köln-Porz eine neue Textversion des Liedes vortrug, stilecht im weißen Kleid wie weiland Nicole:

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„Wir war‘n viel zu lang viel zu naiv, wir wollten den Frieden, aber ohne den Krieg. Wir glaubten an Worte, aber nicht den Beschuss, doch damit ist jetzt endlich Schluss. Ein bisschen mehr Geld für warme Mützen für die Soldaten, die uns beschützen. Ein bisschen mehr Geld für Munitionen und zwar für Waffen an unseren Drohnen. Ein bisschen mehr Geld, 100 Milliarden, das kann man dann doch beim Klima sparen. Was bringt uns Windkraft, wenn wir bedroht sind, wer soll noch gendern, wenn alle tot sind.“

Gerhard Schröder in Not: „Wohin mit dem Opa?“

Die Bundeswehr werde demnächst reich, andere seien derzeit gefühlt arm dran, so Welke. „Gerhard Schröder zum Beispiel.“ Den Alt-Kanzler, der jährlich geschätzte 800.000 Euro für Tätigkeiten in den Aufsichtsräten etlicher staatlicher russischer Firmen kassiere und der wohl deshalb eher zögerlich auf Distanz zu seinem Kumpel Wladimir gehe, könne gerade niemand so recht leiden. „Seine vier Mitarbeiter haben in den Sack gehauen“, schilderte Welke, „der BVB hat ihm die Ehrenmitgliedschaft gekündigt.“ Und sogar seine SPD frage sich nur noch: „Wohin mit Opa?“

Obwohl sich auch andere SPD-Politiker im Umgang mit Putin noch bis vor Kurzem nicht mit Ruhm bekleckert hätten, so sei doch kaum etwas peinlicher als „das Ehepaar Wagenknecht“, wie Welke die Linken-Granden Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine nannte. Beide hätten lange Zeit „1:1 die Putin-Propaganda, sozusagen ‚Krims Märchen‘“ nachgeplappert, so Welke. Später wundere sie sich in einem YouTube-Beitrag, wie sich Putin so habe wandeln können. Welke sarkastisch: „Ja, unfassbar, wie konnte aus dem süßen Kuschelbären mit der knuffigen KGB-Vergangenheit so eine fiese Möpp werden?“

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„heute-show“ bietet Markus Söder „windigen“ Deal an

Es setze also Umdenken ein. Es werde wieder aufgerüstet. Und es sei klar, so Welke, dass man gegen die Abhängigkeit vom russischen Gas schleunigst etwas tun müsse. „Selbst Christian Lindner spricht von Sonne und Wind plötzlich als Freiheitsenergie.“

Dass Bayern so gesehen die Freiheit der Bürger gefährdet, wenn es - wegen des Festhaltens an der 10H-Abstandsregelung - zu wenig Windräder baue, hat sich zu Ministerpräsident Markus Söder noch nicht herumgesprochen. Er will an 10H festhalten. Reporter Fabian Köster drang zum „Bayern-Kini“ vor uns brachte ihn mit einem Vorschlag dann doch ernsthaft ins Grübeln: „Sie schaffen 10H beim Wind ab und die ‚heute-show‘ hält dafür bis zur Sommerpause 10H Abstand zu ihnen. Na?“

RND/Teleschau

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