Neue Serie aus Schweden

Wie Netflix in „Clark“ den Erfinder des „Stockholm-Syndroms“ zu charismatischen Chaoten macht

Jung und schön: Clark Oderth Olofsson (Bill Skarsgård) kann es sich leisten, mit Mutter und Tochter gleichzeitig eine sexuelle Beziehung zu haben.

Jung und schön: Clark Oderth Olofsson (Bill Skarsgård) kann es sich leisten, mit Mutter und Tochter gleichzeitig eine sexuelle Beziehung zu haben.

Mit einem Gangster sympathisieren, kooperieren - oder sich sogar in ihn verlieben? Seit 1973 ist das nicht mehr undenkbar: Damals wurde der Begriff „Stockholm Syndrom“ geprägt: Bei einem Überfall auf die Schwedische Kreditbank wurden einige Angestellte als Geiseln genommen. Die große Überraschung: Die Opfer schienen mehr Angst vor der Polizei als vor den Verbrechern zu haben. Sie verteidigten die Täter nach der Befreiung sogar: Einer von ihnen ist der Titelheld der schwedischen Netflix-Serie „Clark“, die sich mit ein bisschen Wahrheit und einigen Übertreibungen zu einem schwindelerregenden Rausch in sechs Kapiteln entwickelt.

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Clark Oderth Olofsson (Bill Skarsgård) wusste schon als Baby, wohin sein Weg führen wird. Schöne Frauen hatten es ihm früh angetan, und auch ein Leben nach seinen eigenen Regeln fand der charismatische kleine Scheißer immer schon erstrebenswert. Dass er sich zu einem charismatischen Scheißkerl entwickelt würde, ist also keine Überraschung: Einbrüche, Diebstähle, Überfälle - wenn er schon nicht der Beste von den Guten sein kann, dann doch bitteschön der Beste von den Bösen.

Ein bisschen Wahrheit, ein bisschen Lüge

Der echte Olofsson lebte sein Leben als Gangster zielstrebig chaotisch (und tut es immer noch): „Clark“ basiert auf seiner Autobiografie und wurde von Jonas Åkerlund für Netflix adaptiert. Der Regisseur, der vor allem für Musikvideos bekannt ist, macht aus „Clark“ einen furiosen, hektischen, leicht verklärten Trip durch ein Celebrity-Gangsterleben im Schweden der 1960er- bis 1980er-Jahre.

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Oloffson ist immer auf der Suche nach dem Kick, einer schönen Frau und ganz viel Bestätigung - die er dann schließlich sogar von seinen Entführungsopfern bekam. Auch wenn er streng genommen nur zufällig an der Erfindung des „Stockholm-Syndroms“ mitwirkte. Aber schlussendlich ist es egal, wie viel Wahrheit und wie viel Lüge in „Clark“ steckt: Der Ton stimmt.

RND/Teleschau

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