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Pasta mit Basti: Til Schweigers Amazon-Doku “Schw31ns7eiger”

Das Grinsen machte Bastian Schweinsteiger zum Fanliebling bei den Bayern und in der Nationalmannschaft.

Das Grinsen machte Bastian Schweinsteiger zum Fanliebling bei den Bayern und in der Nationalmannschaft.

Im Nachhinein scheint der Weg vom alpenidyllischen FV Oberaudorf an die Fußballweltspitze beinahe unausweichlich. Klar, es gab da ein paar Anlaufschwierigkeiten. Bastian Schweinsteiger sei ein “kleiner Pummel” und auch nicht besonders schnell gewesen, heißt es einmal. Und wenn der Knirps verlor, packte ihn die Wut. Aber er hatte damals schon dieses Selbstbewusstsein, die Spielübersicht und offenbar auch das Zeug dazu, zum “emotionalen Leader” heranzureifen, wie das Bundestrainer Joachim Löw so schön nennt.

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Nun schaut Til Schweiger im Dokumentarfilm “Schw31ns7eiger” auf diese Ausnahmekarriere zurück – beziehungsweise: Er produziert und lässt seinen Regisseur Robert Bohrer zurückblicken. Ein wahres Heldengemälde haben die beiden gemalt von einem sympathischen jungen Mann, der den Fußballhimmel und später auch das Herz seiner Ehefrau Ana Ivanovic erobert.

Prominente Weggefährten plaudern über Schweinsteiger

Bruchstellen sucht man vergeblich – sieht man mal vom verschossenen Elfmeter 2012 im Champions-League-Finale “dahoam” ab, der nur als Pfostenklatscher auf der Tonspur zu hören ist. Oliver Kahn äußert dazu den vielleicht tiefgründigsten Gedanken im ganzen Film: “300 bis 400 Millionen Menschen haben ihm beim Versagen zugeschaut. Ich habe mich gefragt: Kommt er da jetzt noch mal raus?” Ist er. Zwei Jahre später wurde Schweinsteiger Weltmeister.

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Weggefährten von Uli Hoeneß über Lukas Podolski bis zu Karl-Heinz Rummenigge nehmen bereitwillig als Interviewpartner vor der Kamera Platz. Die witzigsten Anekdoten erzählt Skifahrer Felix Neureuther, ein Basti-Freund schon aus Kindertagen.

Schweinsteiger privat: Papa Fred steuert Familienvideos bei

Man hätte auch einen ganz anderen Film drehen können. Aber dazu wäre Distanz nötig gewesen, wie sie kürzlich der britische Regisseur Asif Kapadia in seiner grandiosen Doku über das – zugegeben: tragische – Leben von Diego Maradona an den Tag gelegt hat. Tragik gibt die Biografie des Spielers mit dem Lausbubengrinsen nun wirklich nicht her.

“Schw31ns7eiger” ist ein Buddy-Movie, bei dem sich Kumpel Schweinsteiger auch vor der Kamera blicken lässt, etwa wenn Basti mit seinem Papa Pasta isst. Papa Fred ist für den Homestoryteil zuständig und steuert großzügig private Videos bei.

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Echte Fans kommen allemal auf ihre Kosten. Noch einmal blicken sie im WM-Finale 2014 ins blutende Gesicht Schweinsteigers. Noch einmal klopft die Bundeskanzlerin Schweinsteiger auf die nackte Schulter, als dieser mit einem Handtuch um die Hüfte vor ihr in der Kabine steht.

Tränen beim Karriereende

Und dann ist da noch der innerlich aufgewühlte Schweinsteiger, der seinen verschwitzten Chicagoer Teamkollegen im Sommer 2019 sein Karriereende ankündigt und dabei ein paar Tränen verdrückt. Das sind also schon mal zwei legendäre Umkleideszenen, von denen sich in der deutschen Fußballhistorie inzwischen einige finden lassen. Wieso hat eigentlich noch niemand einen Film über die Umkleidekabine unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Nationalmannschaft gedreht?

Er liebe es, in Erinnerungen zu schwelgen, sagt Schweinsteiger. Von jetzt an können wir das mit ihm gemeinsam tun. Und, ach ja, der seltsame Filmtitel erklärt sich mit Schweinsteigers Trikotnummern: Die 31 trug er für den FC Bayern, im Nationalteam die 7.

“Schw31ns7eiger: Memories – Von Anfang bis Legende”, bei Amazon ab 5. Juni, von Robert Bohrer

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