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TV-Koch am Rande des Wahnsinns

„Sinnbefreite Provokation“: Tim Mälzer empört über „Kitchen Impossible“-Aufgabe

„Seid ihr irre?“ Tim Mälzer versteht angesichts seiner Dessertaufgabe die Welt nicht mehr.

„Ich hasse mich!“ In der aktuellen Folge der Vox-Koch­show „Kitchen Impossible“ verzweifelte Star­koch Tim Mälzer (51). Und das, obwohl er „selten so eine faire Aufgabe gehabt“ habe – „und selten dann so ein Kodderrotz zusammen­gekloppt!“ Beschämt verkroch er sich sogar unter einen Tisch.

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Was er hatte nach­kochen sollen? Eine Pannonische Fisch­suppe, kreiert von der Schwägerin seines Heraus­forderers Alain Weissgerber (54), Stephanie Tscheppe-Eselböck (41), die mit ihrem Mann Eduard Tscheppe (45) das biodynamische Weingut Oggau im österreichischen Burgenland betreibt. Über einen „unfassbar schönen Teller“, der „wahnsinnig lecker“ schmeckte, hatte Mälzer sich nach dem Auspacken aus der schwarzen „Kitchen Impossible“-Überraschungs­kiste noch gefreut: „Genau mein Style!“

„Unfassbar dumm“: Tim Mälzer hätte „gerne aufgegeben“

Er wüsste „jetzt nicht ansatzweise, woran ich scheitern sollte“. Tja: Es war das Topping auf der Suppe: ein Fisch­farce­nockerl, das erst zu gummi­artig, dann zu breiig geriet, sowie eine Fisch­haut, die er versehentlich mit in den Suppen­topf geschmissen hatte, wodurch sich die Knusprigkeit nicht mehr richtig herstellen ließ. Als „unfassbar dumm“ beschimpfte er sich selbst und hätte „gerne aufgegeben“. Letztlich aber war die zehnköpfige Jury gnädig zu Mälzer und gab ihm im Schnitt 7,5 von zehn möglichen Punkten. Doch der kulinarische Tiefpunkt stand ihm noch bevor …

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Zunächst aber hieß es für Weissgerber, sich zu beweisen: „Das ist ganz klar Pinzetten­küche“, analysierte der seit Jahrzehnten in Österreich lebende Elsässer das Gericht seines französischen Landsmannes Emmanuel Renaut (54), Chefkoch des Drei-Sterne-Restaurants „Flocons de Sel“ in Megève in den Savoyer Alpen. Bei der kredenzten „Gemüse­millefeuille“ die Komponenten (Kartoffeln, Karotten, verschiedene Pilze) herauszuschmecken, war weniger das Problem. Die einzelnen Schichten des filigranen Kunstwerks erstens zum Zusammen­halten zu bringen und zweitens so fein und exakt hinzubekommen wie beim Original jedoch schon eher.

Ähnlich wie Mälzer ist Weissgerber nämlich kein Freund von zu viel „Fitzlerei“. Der Unterschied: Er lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen wie sein Gegner und so räumte er schließlich satte 8,5 Punkte ab – obwohl er das Topping Bergminzen­pektin durch Zitronen­saft ersetzt hatte.

„Wer halbiert Kürbis­kerne?!“

Konnte Mälzer das in Runde zwei im irischen Kildare toppen? Hier im Zwei-Sterne-Restaurant Aimsir sollte er das „Rapsöleis mit Karotte“ des aus dem englischen Cornwall stammenden Jordan Bailey (32) nachkreieren – doch das war es nicht, was ihn entsetzte. Oben auf dem Dessert aber lag ein Taler aus halbierten, mit Karamell zusammen­gehaltenen Kürbis­kernen. „Das ist sinnbefreite Provokation!“, empörte sich Mälzer. „Wer halbiert Kürbis­kerne? Warum?“

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Man konnte ihn schon ein bisschen verstehen: Gegen so etwas war die feine französische Millefeuille glatt rustikal! Dass ihn letztlich das vermeintlich einfache Karamell in den Wahnsinn treiben würde, ahnte er noch nicht, als er bereits nach fünf zerteilten Kernen keine Lust mehr hatte. Aus einem Meditations­kurs sei er seinerzeit ja mal rausgeflogen, erzählte er Starkoch Bailey. Dessen trockene Antwort: „Das überrascht mich nicht!“

Dass Mälzer statt Rapseis eine Eiscreme auf Basis von Cornflakes-Haferflocken-Milch kreierte – okay. Dass der Karottensaft ihm nicht optimal gelang – nun gut. Auch den Klecks Sanddorn­püree auf dem Eis bekam er halbwegs hin. Doch das Karamell, für das er eigentlich nur zehn Minuten eingeplant hatte, beschäftigte ihn schließlich zwei Stunden und hielt dann immer noch nicht richtig an den Kernen. Jordan Baileys Geheimnis: Er hatte Isomalt und Glucose verwendet, Tim Mälzer dagegen nur Zucker und Wasser. Das Ende vom Lied: schlappe 4,5 – und damit insgesamt 12 Punkte.

„Der Tim weiß ganz genau, dass ich das hasse“

Bereits jetzt sah es also nach einem klaren Sieg von Weissgerber aus, doch tatsächlich wurde es noch mal eng. Nicht so sehr wegen der mit Fleisch und Gemüse gefüllten, panierten und frittierten Olive Ascolane del Piceno von Marinella Filipponio, die er in deren Restaurant Migliori im italienischen Ascoli Piceno zubereiten sollte, sondern wegen der zweiten Aufgabe, mit der er überrascht wurde, als er schon mitten in den Vorbereitungen war: Zuppa inglese.

Desserts, das hatte er bereits verraten, sind nicht gerade sein Spezial­gebiet. „Ein Schock!“, befand der Gourmet­koch denn auch. „Unfair!“ Denn: „Der Tim weiß ganz genau, dass ich das hasse.“ Dennoch bemühte er sich, bekam auch einen guten Biskuit­boden hin, den er allerdings mit Sirup statt Kräuter­likör tränkte. Und die Schoko­creme sowie die helle Crema Inglese, bei der behalf er sich mit Fertig­pudding­pulver und synthetischer Vanille – ein Sakrileg! „Ich glaub’, die bringt mich um!“, kommentierte Weissgerber den strengen Blick der Köchin. Das tat sie glücklicherweise nicht, doch das Jury­urteil fiel durchwachsen aus: 4,1 Punkte, insgesamt also 12,6 und damit ein denkbar knapper Sieg über Tim Mälzer.

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RND/Teleschau

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