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WDR startet multimediales Projekt „Stolpersteine NRW“

Ein Mann hält ein Handy vor Stolpersteine, die im Pflaster der Drususgasse eingelassen sind. Der Westdeutsche Rundfunk stellt die WDR-App "Stolpersteine NRW" vor. Mit Hilfe der App sollen der Lebens- und der Leidensweg der Menschen hinter den Stolpersteinen erlebbar gemacht werden.

Köln. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat am Freitagabend das digitale Angebot „Stolpersteine NRW“ gestartet, das als App im Smartphone und auch über den Browser in PC und Laptop kostenlos genutzt werden kann. Es umfasst eine interaktive Karte, Texte, historische Fotos, mehr als 200 Graphic Stories und etwa Hundert kurze Hörspiele zu den mehr als 15.000 in Nordrhein-Westfalen verlegten Stolpersteinen, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.

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Entwicklungskosten lagen in einem „höheren sechsstelligen Bereich“

Der Künstler Gunter Demnig, der die Steine seit Mitte der 1990er Jahre in Deutschland und anderen europäischen Ländern verlegt, war an der Vorbereitung beteiligt und lobte bei der Vorstellung insbesondere das pädagogische Konzept. Die Zahl der Millionen Opfer sei abstrakt, aber mit der App und dem Web-Angebot könnten die Schülerinnen und Schüler nachvollziehen, dass dies nicht irgendwo, sondern in ihrer Umgebung geschehen sei. „Ich glaube, das ist wirklich ein handfester Geschichtsunterricht“, sagte Demnig. Nicht in der App, aber im Internet-Portal für die Anwendung an PC und Laptop steht auch Unterrichtsmaterial für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung.

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Die Entwicklungskosten lagen laut WDR-Redakteur Michael Kaes in einem „höheren sechsstelligen Bereich“. Ein großer Teil sei über einen speziellen Etat des Intendanten finanziert worden, der für innovative Projekte zur Verjüngung des Programms eingerichtet wurde. WDR-Intendant Tom Buhrow nannte „Stolpersteine NRW“ ein Beispiel für öffentlich-rechtliche Angebote mit echtem gesellschaftlichen Mehrwert. Es sei überdies eine gute Gelegenheit, „ganz hautnah zu zeigen“, mit welcher Innovationskraft digitale Medien eingesetzt werden könnten. Das digitale Projekt solle „vor allem Jüngeren auf ganz neue Art ermöglichen, sich mit dem Lebens- und Leidensweg“ der Opfer des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.

Bei der zweijährigen Vorbereitung hat der WDR mit rund 300 Expertinnen und Experten aus Kommunen und Initiativen zusammengearbeitet, die sich bereits vor Ort mit den Lebensgeschichten der auf Stolpersteinen genannten Opfer beschäftigt hatten. Die Comic-Strips, aus denen die kurzen Graphic Stories bestehen, haben Studentinnen und Studenten der Comic-Meisterklasse an der Kunsthochschule Kassel gestaltet. Das digitale Angebot soll zudem laufend aktualisiert und ausgebaut werden. Die Verantwortung dafür soll ein WDR-Redaktionsteam übernehmen, das nach Angaben von Kaes im Februar gebildet wird.

RND/epd

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