„3-Millionen-Euro-Woche“

„Ich bin feige“ statt Kamikaze: WWM-Finalisten vergeben gesammelt Chance auf Millionengewinn

Hand drauf! Christoph Klöckner aus Unterhaching geht mit Günther Jauch den Zocker-Deal ein und beginnt den Ratekampf um drei Millionen Euro.

„Wäre, wäre, Fahrradkette“, sagte Lothar Matthäus einst so schön, und das dürfen sich auch die drei Finalisten auf ihr Fähnchen schreiben, die im WWM-Finale um die Rekordgewinnsumme von drei Millionen zocken durften. „Ich werd mich jetzt gleich zwei, drei Stunden ärgern“, sah es Daniela Rive sogar voraus, „aber jetzt bin ich feige. Ich kann nicht mehr.“

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115.000 Euro für Christoph Klöckner, den patenten Patentanwalt aus Unterhaching. 117.000 für Daniela Rive, die souverän Stofftiere sammelnde Essenerin. Und 150.000 für „Käpt‘n Großmaul“ Lukas Körber aus Mülheim. Das sind mal drei ordentliche Batzen Kohle. Aber trotzdem: Sie hätten alle drei mindestens als Viertelmillionäre das Studio verlassen können. Wenn sie auf ihre Intuition oder - noch besser - auf das Saalpublikum gehört hätten.

Eine Ahnung reicht nicht: Christoph Klöckner geht mit 115.000 Euro

Lediglich Klöckner wurde die Viertelmillion nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Silbertablett serviert. Der hatte, als es um die 250.000-Euro-Frage ging, nur noch den Fifty-Fifty-Joker übrig, hatte sich vorher aber dank dreier Publikumsbefragungen (einmal die ganze Meute, zweimal je einen Zuschauer) schon aus drei Fragebredouillen befreit. Aber „Fifty-Fifty ist mir zu wenig“, sagte er. Es war ihm einfach zu riskant, ob seine Ahnung, dass das Stück „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier als Eurovisionshymne dient, wirklich zutraf.

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Er lag richtig, aber was soll‘s: Er kann sich für die 115.000 Euro locker ein Baumhaus zimmern und für den Sohn wird‘s auch zum Spielzeugmotorboot reichen - und zum Fest mit allen Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen. In Unterhaching (bei München) reiben sie sich schon die Hände.

Daniela Rive macht Günther Jauch zur Stoffgiraffe

Bei Daniela Rive und Lukas Körber lag der Fall anders. Sie standen beide am Ende mit einem vorab ausgehandelten Publikumszusatzjoker da und hatten jeweils einen Zuschauer, der sich seiner Sache sehr sicher war - und trotzdem rutschte das Kandidatenherzchen in die Hose.

Bei Rive ging es bei der 250.000-Euro-Frage um Fußball. Was gibt‘s, wenn der Torwart beim Abstoß den Ball blöderweise ins eigene Tor kickt? Eckball für den Gegner. Das ahnte Rive - und Zuschauer Tobias, der schon Christoph Klöckner mit seinem Sportwissen 100.000 Euro beschert hatte, wusste es. Aber Rive traute sich nicht, es zu glauben. „Ich bin jetzt feige.“ Das hatte eine Vorgeschichte: Denn im Kampf um 100.000 Euro hatte Rive gezockt und nur auf ihr Bauchgefühl gehört - obwohl ihr Chef als Telefonjoker ihre letzten Zweifel bezüglich ihrer erahnten Antwort nicht beseitigen konnte. „Das war Kamikaze pur“, seufzte sie, als das erlösende grüne Licht auftauchte. Aber es zog ihr den Zahn für ein nochmaliges Alles-auf-eine-Karte-setzen.

So wird ihr Problem nun sein, wie viel ihrer 117.000 Euro sie ihren Arbeitskollegen abgeben wird. Denn die hatten Rive ohne ihr Wissen bei WWM angemeldet. Argument: „Daniela weiß so viel, da kann man schon mal ‚ne Million abstauben.“ „Das riecht nach Beteiligung“, schwante Günther Jauch. Rive: „Ja, die verhandeln hart und haben schon Dollarzeichen in den Augen.“

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Sie wird sich trotzdem ein neues Auto leisten können und Geld für einen besonderen Plan übrig haben: „Ich kauf ‚ne Stofftiergiraffe und nenne die Günther!“

Jauch outet sich als verhinderter Motorradrocker

Lukas Körber will keine Stoffgiraffe. Er will ein Motorrad. Das brachte Günther Jauch ins Erzählen. Vorher hatte er sich schon als begeisterter („... aber fauler ...“) Hobbygärtner geoutet, jetzt enthüllte er eine Jugendblamage. Denn als 18-jähriger Hänfling sah sich Günther kurz auf dem Weg zum kantigen Motorradrocker. Kaufte sich eine 750er-Honda und wollte damit vorm Stadtcafé Eindruck schinden. Erzeugte aber Gelächter, weil die schwere Maschine den Jungschlaks unter sich begrub, als er sie lässig auf den Ständer bocken wollte. Zurück blieben eine Narbe auf der Wade (Körber: „Keine üble Kriegsverletzung“), ein angeknackstes Ego und baldiges Bargeld - denn die Maschine verkaufte Jauch umgehend.

Körber wäre wohl auch in Erklärungsnotstand gekommen, wenn er sich bei der 30.000-Euro-Frage verzockt hätte. In der ersten Publikumsreihe saß seine Freundin Jordana und vergrub verzweifelt das Gesicht in den Händen, weil das Herzblatt ohne Joker darauf vertraute, dass die Zahl 33.000 im Zusammenhang mit dem Kölner Dom für dessen tägliche Fixkosten steht und nicht für seine Treppenstufen, nicht für die Gesamtstehplätze und auch nicht für die monatlichen Besucher. Körbers Antwort war richtig, aber Jordana am Ende. „Wie geht‘s Ihnen?“, fragte Jauch. „Scheiße“, stöhnte sie ehrlich.

Kandidat vertraut dem Ex-Chef - und verschenkt 250.000 Euro

„Ich bin schon so oft dem Sendungstod knapp entronnen“, meinte Körber später. Bei der 250.000-Euro-Frage bekam er Angst vor der eigenen Courage. Und weil er seinem Telefonjoker, seinem Ex-Chef, mehr vertraute als dem Publikumsjoker. Letzterer hatte die richtige Antwort schlüssig hergeleitet und war sich ziemlich sicher. Der Ex-Chef tendierte in eine andere Richtung, wie auch Körber selbst. Ergebnis: „Ich lass es. 150.000 Euro ist ein arschvoll Geld, da müsst ich lange für stricken.“

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Da hat er recht, auch wenn es natürlich schade ist, dass ausgerechnet ein IT-Berater und sein Ex-Chef ausgerechnet eine IT-Frage nicht beantworten können. Egal. Hat Spaß gemacht. Und drei Kandidaten ziemlich reich. Die anderen sechs Finalist/innen kamen gar nicht auf den heißen Stuhl. Aber die haben ihre Vorrundengewinne ja sicher. Alles gut.

RND/Teleschau

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