Chronologie: So wütete die Jahrhundertflut 2002 in Sachsen und anderen Regionen

Das Hochwasser der Neiße überflutete einen Teil des Unesco-Weltkulturerbes Fürst-Pückler-Park.

Das Hochwasser der Neiße überflutete einen Teil des Unesco-Weltkulturerbes Fürst-Pückler-Park.

Hamburg. Sie lösten ein Jahrhunderthochwasser aus, das Städte und Landstriche verwüstete, Existenzen vernichtete und Milliardenschäden anrichtete. Eine Chronologie:

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Montag, 12. August: Im Erzgebirge und in Dresden wird wegen des Hochwassers von Gebirgsflüssen Katastrophenalarm ausgelöst. Auf Passau rollt eine Flutwelle zu. In Teilen Tschechiens wird der Notstand ausgerufen. Auch Prag wird teilweise überflutet.

Dienstag, 13. August: Das Hochwasser nimmt historische Ausmaße an. In Sachsen sind mehrere Orte nach heftigem Dauerregen von der Außenwelt abgeschnitten. In Österreich und Tschechien versinken ganze Landstriche in den Wassermassen. Teile Prags werden evakuiert.

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Mittwoch, 14. August: Regensburg wird von einer Flutwelle erfasst. Zehntausende Menschen kämpfen in Dresden gegen Überschwemmungen. In Die Mulde überschwemmt in Sachsen-Anhalt, wie zuvor in Sachsen, mehrere Orte.

Donnerstag, 15. August: Dresden wird von einer zweiten Hochwasser- Welle - nun der Elbe - überflutet. Es werden Wohnhäuser geräumt und Museen gesichert. In Tschechien stehen Teile des Chemiewerks Spolana in der Nähe von Usti nad Labem (Aussig) unter Wasser. Im Raum Regensburg und Passau entspannt sich die Lage langsam.

Freitag, 16. August: Die Elbe in Dresden übertrifft den Höchststand von 8,77 Metern aus dem Jahr 1845 - normal sind rund 2 Meter. Historische Gebäude werden überflutet.

Samstag, 17. August: In Dresden erreicht die Elbe den Höchststand von 9,40 Metern. In Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) dringt das Wasser in die Innenstadt ein. In Tschechien und Bayern hat sich die Lage entspannt.

Sonntag, 18. August: In Sachsen und Sachsen-Anhalt brechen Deiche an Elbe und Mulde. Bundeskanzler Gerhard Schröder trifft sich mit seinen Amtskollegen aus Österreich, Tschechien und der Slowakei sowie EU-Kommissionspräsident Romano Prodi zu einem Hochwassergipfel.

Montag, 19. August: Die Flutwelle erreicht Norddeutschland. In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden Schutzdeiche verstärkt. Am Mittellauf der Elbe bleibt die Lage kritisch: Allein im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) meldet der Krisenstab sieben Dammbrüche. Die Bundesregierung beschließt wegen der hohen finanziellen Schäden die Verschiebung der zweiten Stufe der Steuerreform von 2003 auf 2004.

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Mittwoch, 21. August: Die Flutwelle bedroht die Deiche in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind Gebiete mit mehr als 60 000 Menschen evakuiert.

Donnerstag, 22. August: Die Wassermassen bedrohen die Deiche im Norden. Brennpunkte sind die brandenburgische Prignitz und Elb-Abschnitte in Niedersachsen.

Freitag, 23. August: Die aufgeweichten Deichen in Niedersachsen und Mecklenburg bleiben unter Druck. Mehrere Orte werden evakuiert.

Samstag, 24. August: Das tückische, aber leicht sinkende Hochwasser zwingt die Helfer zu immer neuen Noteinsätzen an den vielen Sickerstellen. Durch zwei Deichsprengungen zwischen Dessau und Wittenberg soll ein Rückfluss des Wasser in die Elbe erreicht werden.

Sonntag, 25. August: Mit einer weiteren Deichsprengung wird die Bedrohung vom Weltkulturerbe Wörlitzer Park bei Dessau abgewendet. In Magdeburg sinkt der Pegel schneller als erwartet. Im Norden geht der Kampf um die vielerorts weich wie Pudding werdenden Deiche weiter.

Montag, 26. August: In Dresden, Magdeburg und in der Prignitz wird der Katastrophenalarm aufgehoben. Die Bundesregierung beschließt den Gesetzentwurf für den 7,1 Milliarden Euro umfassenden Fonds Aufbauhilfe.

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Dienstag, 27. August: Ein künstlicher Abfluss am Goitzsche-See bringt der immer noch bedrohten Region Bitterfeld Entlastung. In Niedersachsen wird der Katastrophenalarm aufgehoben.

Mittwoch, 28. August: Die EU-Kommission in Brüssel gewährt den flutgeschädigten Staaten Milliarden-Hilfen. Unterdessen reißt die Spendenbereitschaft nicht ab. Allein bei die großen Hilfsorganisationen sind nahezu 180 Millionen Euro eingegangen.

dpa

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