Größtes Flugzeug der Welt

Der „Traum“ ist aus: Videos zeigen zerstörte Antonov AN-225

Eine Reporterin des russischen Pervyj Kanals (1tv.ru) steht vor der zerstörten Antonov AN-225 „Mrija“ am Kiewer Flughafen Hostomel.

Eine Reporterin des russischen Pervyj Kanals (1tv.ru) steht vor der zerstörten Antonov AN-225 „Mrija“ am Kiewer Flughafen Hostomel.

Leipzig. Inzwischen bestehen keine Zweifel mehr: Die Antonov AN-225, das größte Flugzeug der Welt, ist bei den russischen Angriffen auf den Kiewer Flughafen Hostomel zerstört worden. Neue Aufnahmen eines russischen TV-Senders zeigen das auseinandergefallene Wrack der Maschine und bestätigen damit die Befürchtungen, dass es für die AN-225 keine Hoffnung mehr gibt. Eine Reporterin des Pervyj Kanals (1tv.ru) steht während der Fernsehschalte vom Freitag auf dem Rollfeld des Airports inmitten von Trümmern vor einem Hangar, in dem die Überreste der sechsstrahligen Maschine zu sehen sind.

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Der Rumpf des Riesenfliegers ist auseinandergebrochen, das Cockpit scheint ausgebrannt zu sein, von den Tragflächen und Triebwerken der AN-225 sind nur noch demolierte Reste zu erkennen. In dem Hangar auf dem Kiewer Flughafen war die Antonov für Wartungsarbeiten abgestellt und konnte nach Ausbruch des Kriegs offenbar nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden – beispielsweise nach Leipzig, wo die AN-225 insgesamt 32 Mal zu Gast war.

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Hinweis der Redaktion

Das Video stammt vom staatlichen russischen Sender 1tv.ru und gibt die russische Perspektive auf die Kriegshandlungen wider. Es dokumentiert zugleich die Zerstörung der Maschine. Von den inhaltlichen Aussagen distanziert sich die LVZ-Redaktion.

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Experten gehen davon aus, dass eine Reparatur des Flugzeugs unmöglich ist. Der ukrainische „Traum“ – was der Spitzname „Mrija“ des Riesenfliegers übersetzt bedeutet – scheint endgültig zerstört. Der wirtschaftliche Schaden soll sich unbestätigten Angaben zufolge auf rund drei Milliarden Euro beziffern.

Leipziger Planespotter: „Antonov wird Platz in der Geschichte finden“

Seit Tagen hatten sich Flugzeugexperten, Planespotter und Antonov-Fans über das Schicksal der AN-225 ausgetauscht. Von Hoffnung bis Bestürzung reichte dabei der Weg. Vor allem beim Kurznachrichtendienst Twitter fand ein weltweiter Austausch statt. Auch viele Leipziger verfolgten die Debatte. Schließlich war die AN-225 dutzendfach in Schkeuditz gelandet, zuletzt im Januar bei einem Zwischenstopp auf dem Weg nach Kanada. Im Dezember brachte die „Mrija“

mehr als eine Million Corona-Tests nach Leipzig.

Bei jedem Start und jeder Landung zog es viele Schaulustige an den Schkeuditzer Flughafen, die den Riesenvogel aus nächster Nähe sehen wollten.

Inzwischen haben auch Planespotter wie der Leipziger André Gembitzki ihre Hoffnung aufgegeben

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: „Ich denke, dass sie einen Platz in der Geschichte finden wird. Und das auch zu Recht“, so der Antonov-Fan.

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Die AN-225 galt als das längste und schwerste jemals eingesetzte Flugzeug der Welt. Es gab von ihr nur ein einziges Exemplar, zwei weitere wurden nie fertiggestellt. Die 1988 gebaute Maschine wurde eigentlich für den Transport der russischen Raumfähre Buran entwickelt. 1994 zunächst außer Dienst gestellt, erlebte sie 2001 unter ukrainischer Flagge ein Revival. Seither wurde sie als Transportflugzeug für besondere Aufgaben eingesetzt – unter anderem für Hilfsgüter und militärische Fracht. Durch den aufklappbaren Bug konnten Panzer und selbst Hubschrauber in den Bauch der Maschine geladen werden. Mit ihrer Ladekapazität von über 340 Tonnen war sie weltweit Rekordhalterin.

Angriff in Hostomel wurde AN-225 zum Verhängnis

Die Antonov stand schon seit Anfang Februar auf dem Flughafen Hostomel rund 20 Kilometer nordwestlich von Kiew. Ukrainischen Angaben zufolge befindet sich der Airport seit mehreren Tagen bereits unter der Kontrolle der russischen Armee. Bei den Kämpfen um Hostomel wurde demnach auch ein Hangar beschädigt. Satellitenaufnahmen hatten zuvor Hoffnung verbreitet, dass die Maschine bei den Kämpfen weniger schwer beschädigt sein könnte, da nur der vordere Teil des Hangars in Mitleidenschaft gezogen wurde. Offenbar wurde das darunter stehende Flugzeug jedoch stärker beschädigt als vermutet.

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Der amerikanische Professor Paul Byrne von der Washington University in St. Louis hatte Mitte der Woche versucht mit Hilfe einer Zeichnung, Erkenntnisse zum Zustand der AN-225 zu erlangen. Er simulierte auf der Satellitenaufnahme an das dort zu sehende Heck der Maschine den Rest des Flugzeugs per Zeichnung. „Obwohl der Hangar erheblich beschädigt ist, befindet sich der größte Teil des Flugwerks unter dem unbeschädigten Abschnitt“, schreibt er.

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Am Donnerstag tauchte jedoch bei Twitter erstmals ein Video mit einem Schwenk in den Hangar auf. Es zeigte die brennende Antonov AN-225 und sollte vom 25. oder 26. Februar stammen. Die Echtheit ließ sich zunächst nicht nachprüfen, inzwischen bestehende daran jedoch wenig Zweifel. Der vordere Teil der „Mrija“ steht auf dem Video in Flammen, umhüllt von dicken Rauchschwaden.

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Die Antonov Company hatte das Video nur eine Stunde nach dessen Veröffentlichung geteilt und mit einem „NoNoNo“ kommentiert. Das Unternehmen schrieb außerdem: „Bis zur Begutachtung der #AN225 durch Sachverständige können wir derzeit noch keine Auskunft über den technischen Zustand des Flugzeugs geben. Bitte warten Sie die offiziellen Ankündigungen zum Zustand des Flugzeugs ab.“

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Illia Ponomarenko, Reporter beim Kyiv Independent, legte am Freitag mit einem bei Twitter veröffentlichten Foto nach. Nachdem der Rauch abgezogen war, zeigte sich die schwer beschädigte Maschine.

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Paul Byrne, der Professor aus St. Louis meldete sich auch zu Wort: „Ich weiß, dass es nur ein Flugzeug ist, und sein Verlust ist nichts im Vergleich zu dem menschlichen Leid in der #Ukraine im Moment. Aber dieses neu verfügbare Filmmaterial zeigt definitiv: Das Flugzeug An-225 #Mriya wurde zerstört.“

Von Matthias Roth, Robert Nößler und Linda Polenz

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