Sachsens Ministerpräsident

„Du willst Sachse sein?“: Kretschmer sieht dramatische Bilder als Mahnung

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat in seinem Büro zur Adventszeit nicht gänzlich auf Weihnachtsschmuck verzichtet. Doch neuerdings ziert eine kleine Fotogalerie ein Möbelstück des Raumes. Es sind beklemmende Bilder einer Katastrophe, die nicht nur Sachsen seit mehr als eineinhalb Jahren in Bann hält: ein Foto von übereinander gestapelten Särgen, Aufnahmen einer Intensivstation und vom Abtransport schwer erkrankter Corona-Patienten mit einer Maschine der Luftwaffe. Außerdem ein Bild der Frauenkirche mit verschlossenen Buden des Weihnachtsmarktes und ein Luftbild der Kirche mit einer Protestaktion von Gastronomen.

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Fotos mit Szenen der Corona-Pandemie stehen im Büro des Ministerpräsidenten von Sachsen in der Sächsischen Staatskanzlei auf einem Regal.

Fotos mit Szenen der Corona-Pandemie stehen im Büro des Ministerpräsidenten von Sachsen in der Sächsischen Staatskanzlei auf einem Regal.

Ein Foto betrifft den Regierungschef ganz unmittelbar: Es zeigt ein Spruchband mit der Aufschrift "Kretschmer, Du willst Sachse sein? Verhältst Dich wie ein Wessischwein" und wurde am 7. November beim Heimspiel des Zweitligisten Erzgebirge Aue gegen den FC Heidenheim im Fanblock von Aue gezeigt. "Ich sehe in die Gesichter der jungen Leute dahinter und frage mich: Wo sind wir eigentlich hingekommen. Gern würde ich mal wissen, was diese Leute beruflich machen und was sie zu dem Spruch bewogen hat", sagte Kretschmer der Deutschen Presse- Agentur.

Die dramatischen Bilder der Pandemie seien für ihn so etwas wie eine tägliche Mahnung, was Corona anrichten kann - aber auch Ansporn zum Handeln. „Die Bilder erinnern mich, was gerade geschieht. Sie erinnern daran, was wir machen und warum wir das machen.“ Auf diese Weise könne er jeden Tag vom Schreibtisch aus sehen, was mit diesem Land gerade vor sich geht. Die Corona-Pandemie habe ihm persönlich viele Erkenntnisse gebracht - auch diejenige, „sich selber mehr zurückzunehmen und mehr zu reflektieren“.

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Kretschmer in seinem Büro in der Sächsischen Staatskanzlei neben aufgestellten Fotos mit Szenen der Corona-Pandemie.

Kretschmer in seinem Büro in der Sächsischen Staatskanzlei neben aufgestellten Fotos mit Szenen der Corona-Pandemie.

Von RND/dpa

LVZ

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