Spitzenkandidatin Cathleen Martin

Freie Wähler Sachsen ziehen mit Polizistin in Landtagswahlkampf

Cathleen Martin, Spitzenkandidatin der Freien Wähler in Sachsen zur Landtagswahl

Cathleen Martin, Spitzenkandidatin der Freien Wähler in Sachsen zur Landtagswahl

Grimma. Das Ziel scheint mehr als ambitioniert: 15 Prozent sollen es bei der Landtagswahl am 1. September 2019 in Sachsen werden, erklärt Antje Hermenau - und setzt für die Freien Wähler eine Marke, die es in sich hat. Die Ex-Grünen-Spitzenpolitikerin, die die vergangenen Jahre als Politikberaterin gearbeitet hat, will dieses Ziel bei der Mitgliederversammlung am Sonnabend in Grimma mit ihrer überraschenden eigenen Kandidatur unterstreichen: Mit Listenplatz 20 nimmt sie genau jenen Rang ein, der sehr wahrscheinlich diesen 15 Prozent entsprechen würde. „Das soll alle nochmal anspornen“, hofft Hermenau auf den Antje-Effekt.

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Polizistin wird Spitzenkandidatin der Freien Wähler

Ursprünglich war lange Zeit darüber spekuliert worden, ob die ehemalige Grüne, die als Verfechterin einer CDU-Koalition im Herbst 2014 mit ihrer Partei gebrochen hatte, die Freien Wähler an vorderster Front anführen wird. Momentan ist Hermenau als Landesgeschäftsführerin tätig - den Spitzenplatz für den Landtagswahlkampf hat seit Sonnabend offiziell Cathleen Martin (45) inne, die durch die Mitgliederversammlung mit 34 von 43 Stimmen gewählt wird. Auch damit ist Steffen Große, dem Vorsitzenden der Freien Wähler in Sachsen, ein Coup gelungen.

Parteichef Große sieht Innere Sicherheit als Hauptthema

„Wir machen lösungsorientierte Politik ohne Parteibrille und unterstreichen das mit einer parteilosen Fachfrau an der Spitze“, sagt Große. Der Referatsleiter aus dem sächsischen Kultusministerium wird mit 35 von 42 Stimmen auf Listenposition zwei gesetzt. „Die Bürger wollen einen Staat, der schützt, kontrolliert und führt - darauf richten wir unseren Wahlkampf und Personalauswahl aus.“ Sachsen sei im Sicherheitsranking stark abgerutscht, viele Bürger würden sich in ihren Städten nicht mehr sicher fühlen, fügt Große hinzu: „Cathleen Martin weiß, was man für mehr Sicherheit tun kann.“

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Cathleen Martin attackiert sächsische Landesregierung

Die gebürtige Leipzigerin war Zivilfahnderin, ermittelte viele Jahre bei der Kriminalpolizei und bei der Mordkommission der Polizeidirektion Leipzig. Derzeit arbeitet Cathleen Martin, die auch Vorsitzende der Deutschen Polizei-Gewerkschaft in Sachsen ist, als Opferschutzbeauftragte der Polizeidirektion Leipzig und ist an den Führungsstab angegliedert. Die Parteilose wohnt in der Nähe von Wurzen und hat zwei Kinder.

„Wir müssen im Land die Politik endlich wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass die Meinung der Menschen aus den Städten und Dörfern Gehör findet. Uns Menschen vom Land mit Arroganz von oben herab zu behandeln, muss ein Ende finden“, macht Cathleen Martin in ihrer Grimmaer Vorstellungsrede klar - und spart nicht mit Kritik. Seit Ministerpräsident Georg Milbradt, der zwischen 2002 und 2008 im Freistaat regierte, gehe es bergab. Neben der Inneren Sicherheit sieht die neue Spitzenfrau der Freien Wähler, die ursprünglich auch mit der CDU geliebäugelt hatte, die Bereiche Bildung, die Fördermittelvergabe samt Bürokratieabbau sowie den Öffentlichen Nahverkehr vor allem auf dem Land als wichtigste Handlungsfelder. Hinter Cathleen Martin und Steffen Große werden Ralf Zeidler (Lehrer aus Hoyerswerda) und Heike Oehlert (Pflegedienstinhaberin aus Zwenkau) auf die folgenden Plätze gewählt.

Umfragen sehen Freie Wähler nicht im Landtag

Bislang sind die Freien Wähler vor allem in den Kommunen präsent: Die 996 Wahlvereinigungen zählen in Sachsen rund 10 000 Mitglieder. Bei den Wahlen vor einer Woche wurden sie - gemeindsam mit den Wählervereinigungen -  stärkste Kraft in den Gemeinden und Kreistagen. Bei der Landtagswahl 2014 hatten sie 1,6 Prozent der Stimmen erreicht. In diesem Jahr wollen die sächsischen Freien Wähler erstmals in den Landtag einziehen und streben auch eine Regierungsbeteiligung - wie seit dem Herbst in Bayern - an. In Umfragen schaffen die Freien Wähler momentan allerdings nicht den Sprung über fünf Prozent, um ins Parlament kommen zu können.

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Andreas Debski

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