Studium in Leipzig

Früherer DDR-Doppelagent Werner Stiller tot

Werner Stiller 2010

Werner Stiller im Jahr 2010. Er verbachte auch Zeit in Leipzig. (Archivbild)

Berlin. Werner Stiller, der als Stasi-Überläufer zahlreiche DDR-Agenten im Westen enttarnte, ist tot. Stiller sei im Alter von 69 Jahren bereits am 20. Dezember 2016 in Budapest gestorben, teilte der Ch. Links Verlag unter Berufung auf seine Familie am Freitag in Berlin mit. Stiller war Mitarbeiter der DDR-Auslandsspionage und von 1978 an Doppelagent für den Bundesnachrichtendienst (BND). 1979 flüchtete er in die Bundesrepublik.

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Zuvor verbachte Stiller einige Jahre in der Messestadt. Sieben Jahre vor Angela Merkel studierte der Rand-Hallenser ab 1966 Physik in Leipzig. Dort wurde er auch SED-Mitglied. Anschließend warb man ihn zunächst als inoffiziellen Mitarbeiter (IM) an. Stiller ging jedoch 1972 als hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter in die Hauptverwaltung Aufklärung unter Leitung von Markus Wolf.

Den Passierschein für seine Flucht 1979 habe er sich spontan im Ministerium für Staatssicherheit besorgt, berichtete Stiller später in einer TV-Dokumentation. Mit durchgeladener Pistole sei er über den Bahnhof Berlin-Friedrichstraße in den Westen geflohen. Er nahm dabei Unterlagen aus der Stasi-Zentrale mit. Dadurch erhielten der BND und der US-Geheimdienst CIA Einblicke in den DDR-Auslandsgeheimdienst. Zwei Jahre nach seiner Flucht wurde er von der DDR in Abwesenheit wegen Spionage und Fahnenflucht zum Tode verurteilt.

Aus Sicherheitsgründen siedelte Stiller 1981 in die USA über, wo er mit dem CIA zusammenarbeitete. In den USA absolvierte er ein Wirtschaftsstudium und war später in New York und London als Investmentbanker tätig. Seit Ende der 1990-er Jahre lebte Stiller als Privatinvestor in Budapest. 2010 veröffentlichte er seine Autobiografie «Der Agent – Mein Leben in drei Geheimdiensten».

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LVZ

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