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Fragen und Antworten

Geld, Zeit und (Wohn)Raum: Wie wir Geflüchteten in Sachsen am besten helfen können

Sammelstellen von Sachspenden gibt es viele in Sachsen, wie hier in der Leipziger Russenstraße. Doch viele laufen inzwischen über, und Hilfe auf anderen Wegen ist manchmal die bessere.

Sammelstellen von Sachspenden gibt es viele in Sachsen, wie hier in der Leipziger Russenstraße. Doch viele laufen inzwischen über, und Hilfe auf anderen Wegen ist manchmal die bessere.

Leipzig. Die Bereitschaft der sächsischen Zivilbevölkerung, Geflüchteten aus der Ukraine sowie den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen, ist enorm. Dabei kann man vieles richtig – machen und manches falsch. Wir geben einen Überblick, welche Unterstützung aktuell besonders sinnvoll ist.

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Werden noch Sachspenden benötigt?

Die großen Hilfsorganisationen signalisieren: Egal, ob Lebensmittel, Hygieneartikel oder Kleidung – zumindest vorerst ist von allem genug gesammelt worden, die Lager sind voll. „Das Sortieren der Spenden erfordert einen großen Aufwand“, erklärt Kai Kranich, Sprecher des DRK für Sachsen. Am wertvollsten und besten sind derzeit deshalb Geldspenden. „Damit können wir gezielt und effektiv einkaufen oder Gutschein-Karten für die Geflüchteten erwerben“, so Kranich.

Wo können Sachspenden trotzdem sinnvoll sein?

Bei den lokalen, oft privaten Hilfsinitiativen. Mit ihnen kann besprochen werden, was konkret für Geflüchtete benötigt wird und gezielt beschafft werden kann. Hilfestellung geben dabei die Seiten www.aktiv-in-chemnitz.de (Telefon 0371 83445670), Direkthilfe Dresden (Telefon 0351 25657269) und in Leipzig die Freiwilligen-Agentur, die auf ihrer Website sehr übersichtlich alle Sammelstellen samt Kontaktdaten bündelt.

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Wie kann ich Flüchtlingen einen Schlafplatz anbieten?

Inzwischen existieren mehrere Unterkunftsvermittlungen. Das Portal Unterkunft-Ukraine.de bündelt deutschlandweit Angebote und Bedarfe. Hier kann sich eintragen, wer Wohnraum zur Verfügung hat. Es gibt auch lokale Seiten wie Linxxnet für Leipzig, Dresden stands with Ukraine in Dresden; in Chemnitz läuft das über die Seite chemnitz.de.

Gibt es ein Hilfsportal für ganz Sachsen?

Um die Hilfsangebote besser koordinieren zu können, richtet der Freistaat unter www.buergerbeteiligung.sachsen.de ein neues Serviceportal ein. Start soll an diesem Freitag sein. Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, Hilfsleistungen anzubieten und entsprechend zu verteilen. Dabei geht es sowohl um Sachspenden als auch um Wohnraum und freiwilliges Engagement. Die gebündelten Angebote werden dann an die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte übermittelt. Etwas Ähnliches hat es seit Ende November in einem Ärzte- und Pflegepool für Krankenhäuser gegeben: Seither haben sich 2400 Freiwillige als Helfende gemeldet, um die Kliniken in der Corona-Krise zu unterstützen.

Wo kann ich mich mit anderen Hilfsbereiten vernetzen?

Online gibt es mehrere Seiten fürs Verbinden, beispielsweise auf Instagram (Stand with Ukraine). Gut organisiert sind auch Gruppen auf dem Messenger Telegram, beispielsweise Leipzig helps Ukraine, Ukraine Solidarity Dresden. Auf Facebook ist unter anderem die Gruppe "Hilfe für die Ukraine" präsent.

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Sollte man einfach so zur Grenze fahren, um zu helfen?

Jedenfalls nicht einfach so. In der Grenzregion ist der Sprit knapp und es gibt Staus. Uninformierte können an der Grenze noch mehr Chaos verursachen. Aber: Wer über ein großes Auto verfügt, kann durchaus an der Grenze helfen – zum Beispiel, um Spenden dorthin zu fahren. Wer auf der Rückfahrt jemanden mitnehmen will, sollte sich vorab mit denjenigen verabreden, beispielsweise in der Facebook-Gruppe "Flüchtlingshilfe Ukraine Sachsen". Auch wer niemanden vor Ort kennt, kann Ukrainern ein Shuttle nach Deutschland anbieten. Am besten eignet es sich, das Flüchtlingslager im "Korczowa Dolina Centrum" anzufahren. In dem stillgelegten Einkaufszentrum an der polnisch-ukrainischen Grenze harren derzeit Tausende aus. Am Eingang gibt es einen Infodesk, über den Mitfahrgelegenheiten per Mikrofon ausgerufen werden. Für eine Unterkunft am Zielort sollte vorgesorgt sein.

Kann man sich auch offiziell als Fahrer anmelden?

Wer einen Führerschein oder/und ein größeres Auto besitzt, kann sich bei dem Verein "Leave No One Behind" als Fahrerin oder Fahrer registrieren lassen. Und: Busunternehmen, die mit Bussen zur ukrainischen Grenze fahren wollen, um Flüchtende abzuholen, können sich auf der Seite www.helpbus.eu melden.

Wie kann man sonst noch helfen?

Neben Geld ist auch gespendete Zeit äußerst wertvoll: Beim Ankommen sind Übersetzungen gefragt, Unterstützung bei Behördengängen, Patenschaften oder das Anbieten von Zimmern und Wohnungen. Die jeweiligen Bedarfe erfährt man nach dem Kontakt mit den oben genannten Anlaufstellen. Und nicht unterschätzt werden sollte die Anwesenheit bei Demonstrationen gegen den Krieg, um Haltung und Solidarität zeigen. Alle geplanten Kundgebungen listet die Seite standwithukraine.live auf.

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An welche Einrichtungen kann man spenden?

Deutsches Rotes Kreuz, IBAN DE63 3702 0500 0005 0233 07 (Stichwort: Nothilfe Ukraine); Malteser Hilfsdienst, IBAN: DE10 3706 0120 1201 2000 12 (Stichwort: Ukraine-Hilfe), Diakonie Sachsen: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spende/ukraine; Arche noVa, IBAN: DE78850205000003573500. Wer gezielt die Hilfskonvois an die Grenze unterstützen möchte, überweist an Mission Lifeline, IBAN: DE56 4306 0967 1234 0600 00 (Stichwort Konvoi).

Von Mark Daniel

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