Offener Brief an alle Handballer im Freistaat

Leipziger kritisieren AfD-Kandidatur von Sachsens Handball-Chef

Am Sonntag werden in Sachsen Vertreter für kommunale Parlamente und für das EU-Parlament gewählt.

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Leipzig. Im Handball-Verband Sachsen (HVS) hat die Kandidatur des langjährigen Präsidenten Uwe Vetterlein bei den anstehenden Kommunalwahlen eine Welle der Empörung ausgelöst. Vetterlein steht am kommenden Sonntag im Dresdner Wahlkreis 4 als Vertreter der AfD auf den Wahlzetteln – ein Umstand, der vor allem den Handballern aus Leipzig laut eigener Angaben bisher nicht bekannt war und mit dem sie nun große Probleme haben.

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In einem offenen Brief an leitende Gremien und alle Handballer im Freistaat – unterschrieben unter anderem vom Vorsitzenden der Spielbezirksleitung Lutz Kinne, Stellvertreterin Elke Kirsten und dem Vorsitzenden der Schiedsrichterkommission Michael Kumpf – protestieren die Leipziger Handballer offiziell gegen Vetterleins Kandidatur für die Rechtspopulisten. Man respektiere zwar das Amt des Präsidenten und persönliche Meinungen, pflege bei Kontroversen auch einen offenen und direkten Umgang. Allerdings gebe es aufgrund der AfD-Kandidatur des Handball-Präsidenten künftig keine Grundlage für gemeinsames Arbeiten mehr.

Entscheidung am Freitag

Die Leipziger kündigten an, ihn nicht mehr einbeziehen zu wollen und ihn auch bei Veranstaltungen in der Messestadt nicht mehr zu berücksichtigen. „Uwe Vetterlein verstößt mit seiner Kandidatur und der damit öffentlich und unmissverständlich zum Ausdruck gebrachten Nähe gegen das Neutralitätsgebot“, heißt in der Begründung für den Schritt. Und weiter: „Das offene Bekenntnis zu den nationalistischen, diskriminierenden und antidemokratischen Positionen und die Nutzung der populistischen Phrasen ist mit dem Amt des Präsidenten des HVS nicht vereinbar und schädigt das Ansehen des HSV und der Reputation der sächsischen Handballer.“

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Uwe Vetterlein selbst bestätigte am Mittwoch gegenüber der LVZ, Kenntnis vom Schreiben zu haben. Am Dienstag habe dazu bereits eine Präsidiumssitzung des Verbandes stattgefunden, sagte der seit 2007 im Amt tätige sächsische Handball-Präsident. Das Ergebnis dieser internen Sitzung soll am kommenden Freitag öffentlich gemacht werden. Vorher könne er zu den Vorwürfen nicht Stellung beziehen, so Vetterlein weiter.

Von Matthias Puppe

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