Landtagswahl Sachsen

Leipziger Polizistin soll Freie Wähler in den Wahlkampf führen

Die Abgeordneten sitzen im Sächsischen Landtag auf ihren Plätzen. Die Freien Wähler haben ihre Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst auserkoren. (Archivbild)

Die Abgeordneten sitzen im Sächsischen Landtag auf ihren Plätzen. Die Freien Wähler haben ihre Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im Herbst auserkoren. (Archivbild)

Dresden. Überraschung an der Spitze der Freien Wähler in Sachsen: Cathleen Martin (45), die Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, wird Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 1. September 2019. Die gebürtige Leipzigerin war Zivilfahnderin, arbeitete viele Jahre bei der Kriminalpolizei und bei der Mordkommission der Polizeidirektion Leipzig. Derzeit ist Cathleen Martin Opferschutzbeauftragte der Polizeidirektion Leipzig und an den Führungsstab angegliedert. Die Parteilose wohnt in der Nähe von Wurzen und hat zwei Kinder. Sie beteiligt sich an der Bewegung für die Freien Wähler, die vom Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) und der Ex-Grünen Antje Hermenau angeführt wird.

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Offizielle Nominierung von Cathleen Martin im Juni

„Wir machen lösungsorientierte Politik ohne Parteibrille und unterstreichen das mit einer parteilosen Fachfrau an der Spitze“, sagte Steffen Große, der Landesvorsitzende der Freien Wähler, nach einer Vorstandssitzung am Sonnabend in Grimma. Auf der Mitgliederversammlung am 1. Juni soll Cathleen Martin offiziell zur Spitzenkandidatin gewählt und auch die Landesliste aufgestellt werden.

Freie Wähler nehmen das Innenministerium ins Visier

„Die Bürger wollen einen Staat, der schützt, kontrolliert und führt - darauf richten wir unseren Wahlkampf und Personalauswahl aus“, erklärte Steffen Große. Sachsen sei im Sicherheitsranking stark abgerutscht, viele Bürger würden sich in ihren Städten nicht mehr sicher fühlen: „Cathleen Martin weiß, was man für mehr Sicherheit tun kann.“ Im Wahlkampf wollen die Freien Wähler insbesondere das CDU-geführte Innenministerium ins Visier nehmen: Die von dort verantwortete Kreisgebietsreform und der Stellenabbau bei der Polizei hätten viele Probleme gebracht, so Steffen Große.

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Im September soll der Einzug in den Landtag geschafft werden

Bislang sind die Freien Wähler vor allem in den Kommunen stark: Die 996 Wahlvereinigungen zählen in Sachsen rund 10 000 Mitglieder, stellen 49 Prozent der Ortschafts- und 24 Prozent der Stadträte. Bei der Landtagswahl 2014 hatten sie 1,6 Prozent der Stimmen erreicht. In diesem Jahr wollen die sächsischen Freien Wähler erstmals in den Landtag einziehen und streben auch eine Regierungsbeteiligung - wie seit dem Herbst in Bayern - an.

von Andreas Debski

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