MDR-Intendantin Wille befürchtet Vertrauensverlust durch RBB-Krise

MDR-Intendantin Karola Wille befürchtet einen Vertrauensverlust des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Quelle: Andre Kempner
Leipzig. MDR-Intendantin Karola Wille befürchtet, dass durch die RBB-Krise der öffentlich-rechtliche Rundfunk an Vertrauen verliert. "Über die Krise des RBB wird in großer Dichte, mit unterschiedlichen Tonfällen und hoher Intensität berichtet. Die Gefahr ist, dass wir als öffentlich-rechtlicher Rundfunk delegitimiert werden", sagte sie im Interview mit der "Leipziger Volkszeitung".
„Denn natürlich wird die Diskussion besonders von populistischen Kräften genutzt, die in ganz Europa Instanzen angreifen, die der Wahrheit verpflichtet sind.“ Man habe „gerade richtig Arbeit zu leisten, damit uns die Menschen auch weiterhin vertrauen“, betonte sie. „Alle Intendanten haben da eine enorme Verantwortung.“
Wille: Keine Reform für Aufsichtsmodell nötig
Wille glaubt allerdings nicht, dass das Aufsichtsmodell mit Rundfunk- und Verwaltungsrat bei den öffentlich-rechtlichen Sendern grundsätzlich reformiert werden muss: „Das Bundesverfassungsgericht hat dieses System erst kürzlich für richtig erachtet. Das Rundfunkrat-Modell ist zukunftsfähig, weil es mit der Repräsentanz verschiedener gesellschaftlicher Gruppen die Vielfalt der Perspektiven widerspiegelt.“
Beim MDR könne sie erkennen, „dass sowohl beim Rundfunk- als auch beim Verwaltungsrat eine weitere Professionalisierung stattgefunden hat“. Es brauche dafür aber Geschäftsstellen bei den Gremien, die „diese professionellen Debatten inhaltlich vorbereiten“. Sie halte es für „richtig und wichtig“, dass der neue Medienstaatsvertrag eine weitere Stärkung der Kontrollfunktion durch die Gremien vorsehe.
Von Hannah Suppa und Kai Kollenberg
LVZ








