Gemeinsame Erklärung

Medizinstudenten gegen Landarztquote

Landarzt wider Willen durch die Quote? Viele Studenten befürchten das.

Landarzt wider Willen durch die Quote? Viele Studenten befürchten das.

Leipzig. Im Streit um eine Landarztquote in Sachsen haben sich die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), der Fachschaftsrat Medizin und Zahnmedizin Dresden und der Fachschaftsrat Humanmedizin Leipzig (StuRaMed) gegen deren Einführung ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, man stelle fest, dass in Deutschland kein absoluter, sondern nur ein relativer Ärztemangel vorliege. Vor allem mangelnde Anerkennung, unattraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie fehlende strukturelle Anreize seien dafür die Ursachen.

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„Wir sehen die Gefahr, dass eine Quote der notwendigen Motivation, den Beruf aus eigenem Interesse zu ergreifen, entgegensteht, was sich negativ auf die Qualität der Versorgung auswirken könnte.“ Benötigt würden aber motivierte und engagierte Ärzte auf dem Land, die nicht nur ihre Quotenjahre absitzen. Einer sinkenden Versorgungsqualität durch mangelnde Motivation müsse von Anfang an entgegengewirkt werden. Die Gefahr bestünde, dass Landärzte als Mediziner zweiter Klasse gesehen werden. Zugleich sei die Quote ein unverhältnismäßiger Eingriff in die freie Berufswahl. Dass sich Abiturienten bereits vor Studienbeginn für einen späteren Lebensort und Fachbereich entschieden – unabhängig davon, wie ihre persönliche Entwicklung während des Studiums verliefe – lehne man entschieden ab, heißt es in der Erklärung.

Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) wollte mit einer solchen Quote dem Ärztemangel in strukturschwachen Regionen begegnen. Dies lehnte Koalitionspartner SPD jedoch ab.

Von Roland Herold

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