Auerhuhn ist schon ausgerottet

Mehr als tausend Arten in Sachsen vom Aussterben bedroht

Auerhühner brüteten in Sachsen das bisher letzte Mal im Jahr 1997.

Auerhühner brüteten in Sachsen das bisher letzte Mal im Jahr 1997.

Leipzig. Die Zahlen sind dramatisch: Laut dem Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) ist weltweit jede achte Art vom Aussterben bedroht. Insgesamt ist die Lage für rund eine Million Arten dramatisch. Auch in Sachsen haben es viele Tiere und Pflanzen schwer. Nach den Zahlen des sächsischen Umweltamtes gibt es derzeit noch knapp 11.000 Arten im Freistaat. Allerdings sind bereits fast 1500 ausgestorben – die Liste reicht von Zieralgen und Moosen über Säugetiere bis zu Vögeln wie Uferschnepfe oder das Auerhuhn.

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Die Zahlen könnten in nächster Zeit noch steigen, denn weitere 1128 Arten sind in Sachsen vom Aussterben bedroht. Als gefährdet gilt insgesamt rund ein Drittel der Arten. Allerdings sind die sogenannten Roten Listen teilweise mehrere Jahre alt.

Probleme durch intensive Landwirtschaft

Die Gründe für die Bedrohung so vieler Arten sieht Biologie-Professor Josef Settele unter anderem in der Intensivierung der Landwirtschaft und großflächigen Feldern. Settele forscht am Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und ist einer der Hauptautoren der Studie des Weltbiodiversitätsrates. Gerade in Hinblick auf den Klimawandel sieht er die Gefährdung von Arten als großes Problem an, denn: „Weniger Arten bedeuten auch weniger Möglichkeiten, auf Veränderungen im Ökosystem reagieren zu können.“ Nötig für die Zukunft sei ein vielfältiges Sicherungsprinzip.

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Die Uferschnepfe brütet schon seit den 1970er Jahren nicht mehr in Sachsen,

Die Uferschnepfe brütet schon seit den 1970er Jahren nicht mehr in Sachsen,

Trotzdem hält auch Setteles Kollege Ralf Seppelt eine Kehrtwende noch für möglich. „Die Trends sind beunruhigend, aber Nachhaltigkeitsziele lassen sich mit Umsteuern erreichen“, sagte der UFZ-Wissenschaftler. Laut Settele reichen dafür teilweise schon einfache Mittel aus, wie etwa das Pflanzen von Hecken entlang von Feldern. Dadurch würden große Landwirtschaftsflächen unterbrochen. „Die Hecken bieten Tieren und Pflanzen Raum und schützen gleichzeitig vor Erosion“, so Settele.

Artenstreben vor allem in den Tropen

In Bezug auf das Artensterben sieht Settele übrigens große Unterschiede. Die Masse des Artensterbens passiere in den Tropen. In Mitteleuropa seien viele Arten geografisch weit verbreitet. Wenn sie in Sachsen nicht mehr vorkommen, müssten sie nicht automatisch komplett ausgestorben sein.

Von Lucas Grothe

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