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Polizeieinsatz

Mordpläne gegen Kretschmer: Waffenfund bei Razzia in Dresden und Heidenau

Polizisten stehen bei einer Razzia in einem Haus im Stadtteil Pieschen.

Polizisten stehen bei einer Razzia in einem Haus im Stadtteil Pieschen.

Dresden.Am Mittwochvormittag durchsuchte das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) unter Beteiligung eines Spezialeinsatzkommandos fünf Objekte in Dresden und eines Heidenau. Das teilte die Polizei Sachsen am frühen Mittwochmorgen beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. Eine der betroffenen Wohnungen befindet sich im Dresdner Stadtteil Pieschen, weitere in Kaditz, Laubegast, der Leipziger Vorstadt und Gruna.

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Demnach habe es in einer Gruppe des Messengers Telegram Mordpläne gegen den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) gegeben. Die Einsatzkräfte vermuteten, einzelne Mitglieder der Gruppe „Dresden Offlinevernetzung“ könnten im Besitz von „scharfen Waffen und Armbrüsten“ sein. Es bestand der Verdacht, dass eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet werde, so LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Dieser Anfangsverdacht hat sich nach einer ersten Inaugenscheinnahme bestätigt.

Beamte finden Armbrüste

Wie LKA-Sprecher Kay Anders auf DNN-Anfrage mitteilte, wurden in einer der Wohnungen drei Armbrüste und andere Waffen sowie Einzelteile gefunden. Laut Sabine Wylegalla, Pressesprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, handelt es sich bei zwei der Armbrüste um Sportwaffen. Die dritte wird noch untersucht.

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Festnahmen gab es noch keine. Derzeit laufen Verdächtigenvernehmungen und erkennungsdienstliche Maßnahmen, erst im Anschluss wird über den Verbleib der sechs verdächtigen Personen entschieden.

Es handelt sich um eine 34 Jahre alte Frau und fünf Männer im Alter von 32, 34, 42, 45 und 64 Jahren, allesamt deutsche Staatsbrüger. Sie sollen in der Chatgruppe und auch bei Treffen in der realen Welt Mordpläne nicht nur gegen Kretschmer, sondern auch gegen andere sächsische Regierungsvertreter besprochen haben. Die Tatverdächtigen verbindet die Ablehnung gegen Impfungen, den Staat und die gegenwärtige Coronapolitik, teilte die Staatsanwaltschaft am frühen Nachmittag mit.

Dresden: Razzia nach Mordplänen gegen Kretschmer

Nach Drohungen gegen Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer im Kommunikationsdienst Telegram durchsucht die Polizei in Dresden mehrere Objekte.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das LKA Sachsen nahmen die Ermittlungen nach einem Bericht des ZDF-Magazin „Frontal“ am 7. Dezember auf. Geführt werden sie von der Soko Rechtsextremismus des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ). Zudem wurden die Sicherheitsvorkehrungen für den Ministerpräsidenten und seine Familie verstärkt.

Die Drohungen hatten bei Politikern für Empörung gesorgt. Michael Kretschmer selbst zeigte sich am vergangenen Mittwoch kämpferisch. „Wir müssen mit allen juristischen Mitteln gegen solch eine Entgrenzung vorgehen. Menschen, die öffentliche Ämter haben, sollen keine Angst haben müssen, ihre Meinung zu sagen und ihre Arbeit zu machen. Das gilt genauso für Berufsgruppen wie Journalisten“, so Sachsens Ministerpräsident.

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„Ich bin sehr dankbar, dass aufmerksam und akribisch im Landeskriminalamt für unsere und Ihre Sicherheit gearbeitet wird“, kommentierte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) den Einsatz in einem Videostatement aus dem Lagezentrum. Laut ihm waren 140 Polizeibeamte am Einsatz beteiligt.

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Derweil wird auf politischer Ebene diskutiert, wie extremistische Inhalte auf Telegram besser kontrolliert und reguliert werden können. Zukünftig könnten für Telegram etwa dieselben Regeln wie für soziale Netzwerke gelten – dann müssten strafbare Inhalte gelöscht werden.

Von ffo/fkä

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