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Tradition der Sorben

Osterreiten: Schönes Wetter lockt Schaulustige in die Lausitz

Das Osterreiten ist einer der bekanntesten überlieferten religiösen Osterbräuchen der Sorben in der katholischen Region zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda.

Das Osterreiten ist einer der bekanntesten überlieferten religiösen Osterbräuchen der Sorben in der katholischen Region zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda.

Bautzen. Das traditionelle Osterreiten der Sorben in der Lausitz hat am Sonntag viele Schaulustige angelockt. „Es ist gut besucht“, sagte ein Polizeisprecher. Bei sonnigem Wetter begrüßten die Zuschauer die schwarz befrackten Reiter mit Zylinderhüten auf dem Kopf, die in der katholisch geprägten Region in Prozessionen hoch zu Ross die Osterbotschaft verkündeten. Laut Polizei waren mehr als 1300 Reiter in Dörfern und Städten unterwegs. Demnach kam es auch zu einzelnen Unfällen.

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Jahrhunderte alte Tradition

So wurde in Ostritz ein Reiter von seinem Pferd abgeworfen und kam danach ins Krankenhaus. Wie schwer er verletzt wurde, war zunächst unklar. Das Pferd sei gestiegen, hieß es zur Ursache des Sturzes. In Ralbitz klemmte sich ein 60 Jahre alter Mann beim Halten eines Pferdes einen Finger offenbar im Halfter ein - so stark, dass der Finger schwer verletzt wurde. Ein Rettungshubschrauber brachte den Mann in eine Klinik. Ebenfalls in Ralbitz kam ein Pferd einem Auto zu nah und trat das Fahrzeug. Zur Schadenshöhe war zunächst nichts bekannt.

Die traditionell gekleideten sorbischen Osterreiter verkünden nach altem Brauch zu Pferde auf der Friedensbrücke die Osterbotschaft.

Die traditionell gekleideten sorbischen Osterreiter verkünden nach altem Brauch zu Pferde auf der Friedensbrücke die Osterbotschaft.

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Die sorbische Tradition des Osterreitens in der Lausitz ist Jahrhunderte alt. In den vergangenen beiden Jahren hatte die Corona-Pandemie dazwischengefunkt: 2020 musste das Osterreiten abgesagt werden, 2021 fand es mit Abstrichen statt. Die Wurzeln des Brauchs reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück, als man durch Feldumritte glaubte, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Die heutigen Züge sind öffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben - dabei dürfen nur Männer im Sattel sitzen.

Von RND/dpa

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