Betriebsstörung

Paketchaos bei DHL: Tausende Sendungen bleiben in Leipzig liegen

Die neue Zustellbasis im  Gewerbegebiet an der Berliner Brücke hatte eine technische Störung.

Die neue Zustellbasis im Gewerbegebiet an der Berliner Brücke hatte eine technische Störung.

Leipzig. Viele Postkunden warten heute in Leipzig vergeblich auf ein Paket. Denn die Zusteller lieferten bis zum frühen Nachmittag wesentlich weniger Päckchen und Pakete aus als sonst. Grund sind Betriebsstörungen in der größten Leipziger Zustellbasis an der Berliner Brücke, die offiziell noch gar nicht eingeweiht ist. "Der automatisierte Sortierprozess musste am Vormittag abgebrochen werden, da es zu betrieblichen Störungen an den mechanischen Anlagen gekommen war", sagte der Sprecher der Deutsche Post DHL Group für Sachsen, Matthias Persson, auf LVZ-Anfrage. "Was bis dahin sortiert und an die Rampen gebracht war, ist auch ausgeliefert worden. Aber ein erheblicher Teil der heutigen Sendungen ist liegen geblieben", erklärte Persson.

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Von den Lieferschwierigkeiten betroffen seien nach seiner Kenntnis vor allem die Stadtgebiete Mitte und Süd. Das Unternehmen hoffe, das Problem noch im Laufe des Tages in den Griff zu bekommen. Möglichst rasch sollen dann die säumigen Auslieferungen nachgeholt werden. „Spätestens am morgigen Freitag wird alles wieder reibungslos laufen“, verspricht der DHL-Sprecher. Betroffene Zusteller rechneten dagegen mit Lieferschwierigkeiten für tausende Pakete, die sich bis Sonnabend hinziehen könnten.

„Es ist jetzt schon Wahnsinn“

Das sieht auch Andreas Wiedemann von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi so: „Es ist jetzt schon Wahnsinn, was die Postzusteller auf der letzten Meile zu bewältigen haben. Wenn es dann zu solchen technischen Störungen kommt, muss an den Folgetagen ein Vielfaches an Sendungen zugestellt werden.“ Verdi fordert deshalb eine deutlich bessere Personalausstattung, um in Zeiten des wachsenden Online-Handels Zusteller zu entlasten.

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DHL-Sprecher Persson wollte keine genauen Zahlen verspäteter Sendungen nennen. Er räumte lediglich ein, dass über die Sendungsverfolgung im Internet angekündigte Liefertermine vielfach nicht eingehalten werden könnten: „Das sind dann sicher nicht nur Einzelfälle.“

Die 6000 Quadratmeter große Zustellbasis des Logistikriesen im Gewerbepark an der Berliner Brücke war erst in den zurückliegenden Monaten errichtet worden, um das Verteilzentrum in Rackwitz logistisch zu entlasten. Die DHL-Sortieranlage mit 72 Fahrzeugrampen hatte bereits im Weihnachtsgeschäft ihren Probebetrieb aufgenommen. Das neue Paketzentrum in Schönefeld soll noch in diesem Monat offiziell eingeweiht werden und die Paketauslieferung für das gesamte Leipziger Stadtgebiet und Gemeinden in der Umgebung abwickeln.

Elektro-Transporter sollen zum Einsatz kommen

Die citynahe Zustellbasis ist logistisch an das Paketzentrum in Radefeld an der A 14 angebunden und soll helfen, die steigenden Transportmengen durch den Internet-Versandhandel zu bewältigen. 2017 nahm DHL schon ähnliche Anlagen in Dresden und Chemnitz in Betrieb. In Dresden starten dort mittlerweile auch 25 E-Transporter, die 80 Kilometer weit fahren können, acht Kubikmeter Laderaum bieten und über Nacht mit Ökostromaufgeladen werden. Hinzu kommen etliche Elektro-Fahrräder und E-Trikes (Dreiräder) für die Zusteller.

Auch an der Rackwitzer Straße sollen Elektro-Transporter zum Einsatz kommen. Ziel des Konzerns sei es, bis zum Jahr 2025 die Zustellung und Abholung von Paketen zu 70 Prozent mit emissionsfreien Fahrzeugen zu bewerkstelligen, hieß es.

Von Winfried Mahr

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