Flughafen Leipzig/<wbr>Halle

Russische Antonovs dürfen Leipzig nicht verlassen – der ukrainische „Riese“ kommt vielleicht nie wieder

Einer der letzten Starts der Antonov AN-225 auf dem Flughafen Leipzig-Halle im Dezember.

Einer der letzten Starts der Antonov AN-225 auf dem Flughafen Leipzig-Halle im Dezember.

Kiew/Schkeuditz. Am Flughafen Leipzig/Halle ist die unbestätigte Nachricht von der Zerstörung der weltweit einzigen Antonov AN-225 am Sonntag bereits angekommen. Der Airport gehört zu den meist angeflogenen der Riesenmaschine weltweit. Genau 32-mal war die "Mrija", was auf Deutsch "Traum" bedeutet, zu Gast in Schkeuditz.

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Als Transporter für Raumfähre gebaut

Der erste Besuch der AN-225 am Flughafen Leipzig/Halle war am 25. April 2008. Damals war sie nur für einen Zwischenstopp da – sie kam aus Kanada und wollte weiter nach Taschkent. Ursprünglich als Transportflugzeug für die russische Raumfähre Buran gebaut, wurde die AN-225 im Jahr 1994 außer Dienst gestellt. Am 7. Mai 2001 startete sie dann als Transportflugzeug unter ukrainischer Flagge wieder zu einem Erstflug in Kiew.

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In der Zwischenzeit hat sie auch viele Güter von und nach Leipzig transportiert. „Während der Corona-Pandemie kamen im Jahr 2020 unter anderem

20 Millionen Masken mit der AN-225

nach Deutschland“, erklärt Flughafensprecher Uwe Schuhart auf Nachfrage. Im Dezember des vergangenen Jahres landete sie gleich zweimal am Schkeuditzer Airport. Im Gepäck: 3,5 Millionen Schnelltests für den deutschen Markt. Das entspricht mehr als 500 Paletten. Aber Schuhart erinnert sich auch an Teile für die Schwerindustrie, die im Bauch der Riesen-Antonov transportiert wurden. „Das schwerste Teil hatte 160 Tonnen“, sagt er. Bei der AN-225 ist eine Zuladung bis 250 Tonnen möglich. Vollbeladen wiegt die „Mrija“ etwa 600 Tonnen. „Im Prinzip lässt sich die Art der Ladung der größten Antonov ganz leicht beschreiben“, so Schuhart. „Sie hat alles transportiert, was für die anderen zu groß und zu schwer war.“ Und fast schließt sich der Kreis – im Januar war die Maschine zuletzt für einen Zwischenstopp in Richtung Kanada zu Gast in Schkeuditz.

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Leipzig mit Know-how rund um Schwertransporte

Deutschlandweit ist der Flughafen Leipzig/Halle unangefochten der meist angeflogene der Riesen-Antonov. „Das liegt zum einen an unserem Know-how rund um Schwertransporte“, sagt Schuhart. „Wir wissen, wie so eine Verladung gemacht werden muss.“ Zum anderen befinde sich am hiesigen Airport eine Basis von Antonov Airlines, der Betreibergesellschaft der AN-225. Die Heimat der „Mrija“ liegt am Flughafen Hostomel nördlich von Kiew, der in den vergangenen Tagen immer wieder stark umkämpft war.

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Flugverbot für russische Antonovs

Doch am Flughafen Leipzig/Halle ist nicht nur eine Basis der ukrainischen Antonov Airlines. Auch die russische Frachtgesellschaft Wolga-Dnepr, die ebenfalls mit Antonovs fliegt, ist in Schkeuditz stationiert. „Es dürfte weltweit einzigartig sein, dass derzeit bei uns sowohl russische AN-124 stehen als auch ukrainische“, so Schuhart. Insgesamt drei der kleineren Antonovs sind derzeit im nördlichen Teil bei Wolga-Dnepr zu finden, eine im Süden bei Antonov Airlines. Während am Montag bereits eine ukrainische AN-124 den Flughafen wieder verlassen hat, müssen die russischen Maschinen am Boden bleiben. „Für sie gilt wie für alle anderen nun das Flugverbot“, so Schuhart. Sie stehen seit einiger Zeit zu Wartungsarbeiten am Airport. Für russische Maschinen gilt seit Sonntag ein Start-, Lande- und Überflugverbot im gesamten Luftraum der EU.

In einer Fan-Gruppe für die AN-225 werden unterdessen bereits seit Tagen Bilder des größten Frachtfliegers der Welt geteilt. „Schönheit“, „Champion des Himmels“, aber auch „Sie wird wieder fliegen“ ist da zu lesen. Die Menschen nehmen Anteil am Schicksal des einzigartigen Flugzeugs. Auch wenn das Schicksal der Menschen in der Ukraine um einiges ungewisser ist.

Von Linda Polenz

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