Sachsens Grüne kritisieren Hochwasserschutz - "Flüsse brauchen mehr Raum"

Sachsens Grüne verlangen mehr Beachtung für die Ökologie beim Hochwasserschutz.

Sachsens Grüne verlangen mehr Beachtung für die Ökologie beim Hochwasserschutz.

Dresden. Das sei besser als sogenannter technischer Hochwasserschutz, etwa durch Deiche, Mauern oder Schutzwände. „Wir brauchen einen umfassenderen Ansatz beim Schutz.“

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Kallenbach bezog sich dabei auf eine Studie des WWF-Auen-Institutes im baden-württembergischen Rastatt, die ihre Fraktion in Auftrag gegeben hatte. Das Hochwasserschutzkonzept des Landes habe zwar gute Ansätze, es hapere aber bei der Umsetzung, so das Fazit des Geoökologen Oliver Harms, der die Studie mit erarbeitet hat. Die Studie warnt vor allem vor möglichen Fehlern beim Hochwasserschutz, ohne auf konkrete Orte einzugehen.

Die von den Grünen in Auftrag gegebene Studie zum Download

Harms bezog sich bei seiner Kritik vor allem auf die geplante Rückverlegung von 49 Deichen. Bei einigen konkreten Vorhaben sei mittlerweile nicht mehr von Rückverlegungen die Rede, sondern es sollten stattdessen Polder zur Regulierung von Hochwasser gebaut werden, kritisierte er. Das zwänge Flüsse weiter ein und habe negative Auswirkungen auf Flora und Fauna.

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Laut Harms könnten in Sachsen etwa 23 Kilometer Deiche bei den Rückverlegungen abgeschafft werden, habe eine einfache Betrachtung der Flächen ergeben. Konkrete Beispiele konnte er nicht nennen. Dazu seien Analysen mit Geländemodellen notwendig. Die Grünen-Fraktion will laut Kallenbach überlegen, ob ein zweiter Teil mit konkreten Beispielen in Auftrag gegeben werden soll.

„Anregungen sind immer gut“, sagte Hochwasserschutz-Experte Martin Socher vom Umweltministerium. Allerdings habe das Institut vorbei am Ministerium gearbeitet. „Das, was wir heute gehört haben, wussten wir auch vorher schon“, so der Referatsleiter. Einiges sei sogar überzogen. „Wir haben in Sachsen etwa 25 000 Kilometer Fließgewässer und 630 Kilometer Deiche. Da kann keiner sagen, dass Sachsen eingedeicht wird“, entgegnete er auf eine entsprechende Kritik. „Wir haben ein Land, wo sich Gewässer noch frei entfalten können.“ Auch den Bau von Poldern verteidigte Socher als Maßnahme zur Regulierung von Hochwasser.

In der Studie wird unter anderem darauf verwiesen, dass etwa an der Elbe in Sachsen nur noch ein Drittel der ursprünglichen Auen existieren. Große Teile der Flächen, die in Sachsen für den Hochwasserschatz beansprucht werden sollen, stünden unter besonderem Schutz wegen ihrer wertvollen Flora und Fauna, macht die Studie zudem den Spagat zwischen Schutz von Natur und Mensch deutlich.

dpa

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