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Bertelsmann

Studie sieht Personalmangel in Kitas - Kritik von Sachsens Kultusminister

Die neue Bertelsmann-Studie bemängelt den Personalschlüssel in Sachsens Kitas.

Die neue Bertelsmann-Studie bemängelt den Personalschlüssel in Sachsens Kitas.

Gütersloh/Dresden.Sehr gut ausgebildet, aber zu wenig Fachkräfte in den Kitas - das ist die Bilanz einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung. Kita-Erzieherinnen und -Erzieher in Sachsen müssen sich demnach um zu viele Kinder gleichzeitig kümmern. Für 96 Prozent der Kinder in den Kita-Gruppen stand laut „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“ zuletzt nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Damit bildet Sachsen neben Mecklenburg-Vorpommern bundesweit das Schlusslicht.

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„Westdeutsche Maßstäbe“

Die Kritik wollte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) nicht so stehen lassen. Er warf der Studie vor, ostdeutsche Verhältnisse mit westdeutschen Maßstäben zu messen. „Das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen und wird der besonderen Situation in Ostdeutschland in keiner Weise gerecht“, so Piwarz. Es sei falsch, nur den Personalschlüssel in den Blick zu nehmen und die deutlich höheren Betreuungsquoten außer Acht zu lassen, betonte Piwarz. Er verwies darauf, dass im Osten deutlich mehr unter Dreijährige betreut werden. So liegt die Quote in Krippen bundesweit bei 33,6 Prozent beträgt, in Sachsen bei knapp 51 Prozent.

Kritik am Personalschlüssel

Die „nicht kindgerechte Personalausstattung“ betrifft laut Auswertung der Bertelsmann-Stiftung sowohl die unter Dreijährigen als auch die älteren Kita-Kinder im Freistaat. Laut Studie kommt eine Fachkraft in Krippen rechnerisch auf durchschnittlich 5,8 Kinder - die Experten der Bertelsmann-Stiftung empfehlen hingegen einen Schlüssel von 1 zu 3. Die meisten über Dreijährigen besuchen in Sachsen Gruppen mit einem Personalschlüssel von 1 zu 12,2. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt eine Erzieherin für durchschnittlich 7,5 Kinder.

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Beste Ausstattung in Baden-Württemberg

Insgesamt habe sich der Personalschlüssel in sächsischen Krippen und Kitas seit 2013 zwar verbessert, hieß es. Dennoch müsse eine Fachkraft in Sachsen rechnerisch gut fünf Kinder mehr betreuen als in Baden-Württemberg - dem Bundesland mit der besten Personalausstattung.

Sachsen will Qualität verbessern

Sachsen wolle die 269 Millionen Euro aus dem Gute-Kita-Gesetz allein zur Qualitätsverbesserung einsetzen, kündigte Kultusminister Piwarz am Dienstag an. Sachsen zahlt den Angaben zufolge allein in diesem Jahr rund 840 Millionen Euro für die Finanzierung von Krippen, Kitas und Horteinrichtungen. Allein die schrittweise Verbesserung des Betreuungsschlüssels in Krippe und Kita kosteten den Freistaat insgesamt rund 180 Millionen Euro.

Personal wünscht sich mehr Zeit für Betreuung

Viele Erzieherinnen und Erzieher wünschten sich mehr Zeit für die individuelle Betreuung der ‎Kinder, betonte auch der sächsische Erzieherverband. Zumal im Personalschlüssel Krankheits- oder Urlaubstage nicht berücksichtigt werden. Oft seien die Fachkräfte für mehr Kinder zuständig, als es der Schlüssel vermuten lasse. Der Verband befürwortet daher die Einführung einer Obergrenze für die Größe einer Kita-Gruppe.

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Hohes Niveau bei Qualifikation

Die Personalkapazitäten müssten in Sachsen „erheblich ausgebaut“ werden, damit jedes Kind individuell gefördert werden könne, heißt es auch in der Studie der Bertelsmann-Stiftung. Was die Qualifikation des Personals betrifft, ist Sachsen hingegen auf einem hohen Niveau. 82 Prozent des pädagogischen Personals sind als Erzieherin oder Erzieher ausgebildet. Bundesweit trifft das laut Stiftung nur auf etwa zwei Drittel des Personals zu. Grundlage des jährlich aktualisierten Monitorings sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter und weiteren amtlichen Statistiken.

Von LVZ

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