Wegen Corona

Warten auf den neuen Lebensabschnitt: Corona bremst Jugendweihe und Konfirmation

In Sachsen werden sowohl Konfirmationen als auch Jugendweihen werden wegen des Coronavirus verschoben. (Symbolbild)

In Sachsen werden sowohl Konfirmationen als auch Jugendweihen werden wegen des Coronavirus verschoben. (Symbolbild)

Dresden. Verschoben statt reduziert: Tausende Teenager in Sachsen müssen wegen Corona länger auf den offiziellen Abschied von der Kindheit warten. Sowohl Konfirmationen als auch Jugendweihen werden verschoben, obwohl die Schutzmaßnahmen gelockert wurden.

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„Die Kontaktbeschränkungen gelten aber weiter bis 15. Juni und in Restaurants kann man noch nicht feiern“, sagt Carla Hentschel vom Sächsischen Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe. Dazu komme, dass oft Theater die Veranstaltungsorte sind, die gerade erst wieder öffnen dürfen.

Der Verband hat daher ohne Ausnahme alle vom 1. Juni bis 18. Juli geplanten Jugendweihefeiern in die Monate September bis Dezember verlegt, sagt Hentschel. Auch die evangelische Landeskirche reagierte und verlängert den sonst von Palmsonntag bis Pfingsten genutzten Zeitraum für Konfirmationen bis zum Reformationsfest Ende Oktober.

„Viele Kirchgemeinden haben die Termine in den Sommer oder Herbst verschoben“, sagt Sprecher Matthias Oelke. Manche planten auch eine Verlegung ins kommende Jahr. „Bei kleinen Jahrgängen ist das kein Problem, bei Gruppen von 90 Jugendlichen aber schwierig.“

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Das Landeskirchenamt geht davon aus, dass das Gros auf den September ausweicht. „Wir rechnen mit insgesamt gut 4750 Teilnehmern.“ Damit werden weniger Jugendliche um die 14 Jahre konfirmiert als 2019, als knapp 5000 mit der Zeremonie ihr Glaubensbekenntnis erneuerten. Die Zahl der Jugendweihe-Teilnehmer liegt laut Hentschel diesmal bei etwa 12.300 und damit auf dem Level der Vorjahre. 2019 waren es fast 12.500, 2010 nur etwa 10.000.

Obwohl Gottesdienste inzwischen auch ohne Begrenzung wieder möglich sind, gab es bisher auch keine reduzierten Konfirmationen. „Das Problem besteht ja auch in der Berührung“, sagt Oelke. Konfirmation bedeute auch Einsegnung und Abendmahl mit persönlicher Berührung und Nähe. „Das lässt sich auch virtuell nicht ersetzen.“ Der Spielraum sei derzeit zu eng. „Ganz abgesehen von den Familienfeiern.“

Auch viele Eltern der Teenager, die zur Jugendweihe gehen, müssen ihre Pläne ändern. Einzelne wollten nun sogar bis 2021 warten, berichtet Hentschel. Eine klassische Familienfeier lasse sich eben nicht begrenzen, wie die Party danach. „Die Familien wollen feiern, die Jugendlichen freuen sich darauf und hoffen nun auf den Herbst“, sagt Hentschel. „Ob man dann zur Sicherheit doch die Großeltern erst zum privaten Teil bittet, müssen die Familien selbst entscheiden.“

Von RND/dpa

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