Trockene Sommermonate

Weinlese in Sachsen beginnt: Winzer erwarten geringe Erträge

Menschen stoßen mit Wein an: Sachsens Winzer erwarten dieses Jahr jedoch geringe Erträge.

Menschen stoßen mit Wein an: Sachsens Winzer erwarten dieses Jahr jedoch geringe Erträge.

Meißen/Radebeul. Im sächsischen Elbtal zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz sind die ersten Trauben reif. Die Lese beginnt nach Angaben des Weinbauverbandes Sachsen auch in diesem Jahr etwa eine Woche früher Ende August mit der Ernte der frühen Sorten Solaris und Goldriesling. Der Verband geht laut seinem Vorsitzenden Felix Hößelbarth in diesem Jahr von 10 bis 20 Prozent weniger Ertrag im Vergleich zum Vorjahr aus. „Wir werden nicht 2,5 Millionen Liter haben, sondern eher 2 oder 2,2 Millionen Liter.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Die ganz frühen Sorten gehen auf die Erntereife zu“, sagt Hößelbarth. Im Talkessel auf den leichteren Böden beginne die Lese eineinhalb bis eine Woche eher als auf den schweren Böden hinter Meißen. „Also Ende nächster Woche, Anfang übernächster Woche.“ Auch 2018/2019 sei das schon so gewesen. „Mitte Oktober ist dann der größte Teil der Ernte durch.“

Klimawandel verändert das Weinjahr

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul ist sogar zwei Wochen vor dem langjährigen Mittel, „wie schon seit Jahren mit Ausnahme von 2021“, erklärte Sprecher Martin Junge. „In den letzten Jahren ist es auch hier wärmer geworden, der Erntebeginn hat sich auf Mitte/Ende August vorgeschoben.“ Der Klimawandel verändere das ganze Weinjahr, auch der Austrieb der Reben im Frühjahr erfolge früher.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Herzogliche Weinberg in Freyburg: Die anhaltende Hitze und Trockenheit verursacht Schäden an den Weintrauben.

Der Herzogliche Weinberg in Freyburg: Die anhaltende Hitze und Trockenheit verursacht Schäden an den Weintrauben.

Die trockenen Sommer 2003 und 2018/2019 waren ebenso herausfordernd, haben Wackerbarth laut Junge dann aber mit Spitzen-Rotweinen belohnt. Wie man an dafür prädestinierten Regionen Italien, Spanien, Frankreich, Portugal sehe, vertrage die Rebe heißes Wetter. Die Bewirtschaftung wurde angepasst. „Wir haben aus den Erfahrungen gelernt.“

Angst vor Wetterextremen wie Starkregen und Hagel

Für eine Prognose zur Qualität des aktuellen Jahrgangs sei es noch zu früh. Entscheidend seien die kommenden Wochen. „Der Herbst macht das Weinjahr“, sagte Junge. Bis die Früchte im Keller seien, könne noch viel passieren. Das Potenzial für Spitzenrotweine sei da, „es kommt darauf an, das zu veredeln“. Beim Weißwein sei es abhängig von der Lage. „Wir wünschen uns einen Goldenen Herbst, aber keine Wetterextreme wie Starkregen oder Hagel.“

Mit rund 500 Hektar Rebfläche einschließlich kleiner Flächen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zählt Sachsen zu den kleinsten der 13 deutschen Weinanbaugebiete. Neben den frühen Sorten werden Weißburgunder, Kerner, Dornfelder, Spätburgunder, Traminer und Riesling angebaut.

Von RND/dpa

Mehr aus Sachsen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken