Erdmännchen sind Favoriten

Wie wichtig Tierpatenschaften für die sächsischen Zoos sind

Viele Zoo-Besucher haben bei Tieren in den Gehegen ihre Lieblinge. Mit einer Spende oder Tierpatenschaften können sich zum Erhalt der Anlagen beitragen. Und viele Menschen machen das.

Viele Zoo-Besucher haben bei Tieren in den Gehegen ihre Lieblinge. Mit einer Spende oder Tierpatenschaften können sich zum Erhalt der Anlagen beitragen. Und viele Menschen machen das.

Leipzig/Dresden. Erdmännchen, Pinguin oder Löwe: Jährlich vergeben die Tierparks und Zoos in Sachsen hunderte Tierpatenschaften. Damit werden teilweise beträchtliche Summen erwirtschaftet, die den Tieren zugute kommen, ergab ein Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den großen Zoos in Sachsen. So generiert etwa der Freundes- und Förderverein des Leipziger Zoos nach eigenen Angaben zwischen 200.000 Euro bis 240.000 Euro jährlich. Die Paten übernehmen damit anteilig Kosten für die Haltung eines Tieres, hieß es.

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Eine Patenschaft läuft in der Regel auf zwölf Monate, kann aber laut Verein auch für mehrere Jahre abgeschlossen werden. Die Paten erhalten eine offizielle Urkunde und ein Bild des Tieres. Ab 2500 Euro wird die Urkunde bei einer Fütterung von Zoodirektor Jörg Junhold persönlich überreicht. Der Name wird auf einem Monitor veröffentlicht, es gibt ein Patenschild mit Name oder Firmenlogo am Tiergehege.

Von 50 bis 5000 Euro

Im Leipziger Zoo ist eine Patenschaft etwa für einen Knochenhecht schon für 50 Euro zu haben, bei einem Kugelgürteltier sind es 100 Euro. Für einen Nasenbär müssen Paten 250 Euro, für Löwe, Schneeleopard, Schimpanse und Amurtiger 2500 Euro berappen, für einen Elefanten 5000 Euro. Erdmännchen kosten hingegen nur 150 Euro. Bei den beliebtesten Tieren rangiere das Säugetier aus der Familie der Mangusten ganz oben, heißt es beim Förderverein, gefolgt von Graumull, Kurzohrrüsselspringer, Flugfuchs, der Fetten Sandratte und dem Benettkänguru.

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Der Förderverein betreut nach eigenen Angaben etwa 1300 Tierpaten. Tierpate kann könne jeder werden: Firmen, Privatpersonen, Vereine, Schulen, Klassen, Kindergärten. Fische und wirbellose Tiere sind aktuell ausgenommen. Der Grund: Die anstehende Restaurierung des Aquariums.

Die Erdmännchen im Tierpark Chemnitz sind ebenfalls die absoluten Lieblinge und bei Tierpatenschaften ein Renner. Inzwischen würden aber auch Patenschaften für Tiere im Wildgatter übernommen, versichert Liane Kriegel vom Förderverein. Ihren Angaben zufolge gab es im vergangenen Jahr 220 Patenschaften, fast doppelt so viele wie 2011. Meist würden sie von Privatpersonen übernommen. Es gebe aber auch 27 Patenschaften mit Unternehmen.

Jährlich mehr als 200 Anfragen in Dresden

Bei Einsätzen im Tierpark und Wildgatter würden die Besucher auf Patenschaften angesprochen, sagt Kriegel. Die Paten erhielten Urkunden. Einmal im Jahr würden sie eingeladen, könnten dann mit dem Tierpfleger zu „ihrem“ Tier gehen und Fragen stellen. 2018 ist laut Kriegel eine Patenschaftsumme von 23.890 Euro zusammengekommen. Damit würden Projekte im Tierpark und im Wildgatter finanziert. Seit 2008 habe der Verein den Tierpark mit 482.000 Euro aus Patenschaften, Erbfällen und Spenden unterstützt.

Natürlich die Erdmännchen, aber auch Humboldtpinguine, Koalas und Faultiere sind bei Paten im Zoo Dresden heiß begehrt. Die „Zoo-Freunde Dresden“, die sich als Förderverein um Patenschaften kümmern, erhielten jährlich mehr als 200 Anfragen - meist von Privatpersonen, sagt Gudrun Brammer vom Verein. „Es gibt aber auch einige Vereine und Unternehmen, die uns schon über viele Jahre die Treue halten.“ Im Dresdner Zoo kostet die Patenschaft etwa für einen Löwen oder einen Orang Utan monatlich 100 Euro. Die jährliche Vergabe variiere, liege aber meist bei etwa 180 Patenschaften, heißt es.

von Ralf Hübner/dpa

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