Solidarität

Wo und wie Sie in Sachsen für die Hochwasser-Opfer spenden können

Dernau in Rheinland-Pfalz ist nur einer der vom Hochwasser betroffenen Orte

Dernau in Rheinland-Pfalz ist nur einer der vom Hochwasser betroffenen Orte

Leipzig. Die Bilder der verheerenden Fluten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gehen momentan durch die Bundesrepublik und wecken Erinnerungen an die Hochwasser von 2013 und 2002. Um den Opfern finanziell unter die Arme zu greifen, hat der Freistaat Sachsen am Freitag ein Spendenkonto eröffnet, auf dem nach drei Tagen schon fast 180.000 Euro eingegangen sind, wie die LVZ berichtete. Doch gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten, in Sachsen zu spenden, auf ganz unterschiedliche Weise und zu unterschiedlichen Zwecken. Der Überblick.

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Viele weitere Spendenkonten

Konkrete Hilfe explizit für den Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz bietet die Diakonie Auerbach mit der Aktion "Vogtland hilft", für die sie mit der Caritas in der Stadt Sinzig sowie mit verschiedenen Firmen zusammenarbeitet. Angenommen werden neben Geld- auch Sachspenden für die Einwohner und Einrichtungen sowie zeitlich befristete Arbeitseinsätze vor Ort, vorzüglich von Elektrikern – um die Häuser über ein provisorisches Netz wieder anzuschließen, wie es auf der Website heißt.

Wer mit seiner Unterstützung direkt den Betroffenen vor Ort helfen möchte, der kann sich auch an die Stiftung Lichtblick wenden. Die 1996 gegründete Organisation ist eine Initiative der Sächsischen Zeitung, die auf ihrer Website damit wirbt, das gespendete Geld in vollem Umfang vor Ort von Kooperationspartnern der Stiftung unbürokratisch an Betroffene auszuzahlen – üblicherweise Summen von circa 500 Euro pro Einzelperson, wie es Chefkurator Heinrich Maria Löbbers berichtet.

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Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands im Landkreis Ahrweiler

Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands im Landkreis Ahrweiler

Hilfe für kleine Vereine und Organisationen

Für die Dresdner Hilfsorganisation arche noVa ist die Direkthilfe für Betroffene und der Hilfseinsatz vor Ort nur ein Teil der Arbeit: „Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass gerade kleine Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen oft über Jahre mit den Folgen einer solchen Katastrophe kämpfen und nicht ausreichend ausgestattet sind, um alle Schäden zu beseitigen. Hier wollen wir unsere Expertise einbringen und die Betroffenen gezielt unterstützen“, sagt Mathias Anderson, Geschäftsführer des Vereins.

Spendenkonto-Daten

Spendenkonto „Sachsen hilft!“ der Freien Wohlfahrtspflege

  • Bank für Sozialwirtschaft
  • IBAN: DE30 8502 0500 0003 5760
  • BIC: BFSWDE33DRE

Diakonie Auerbach

  • Sparkasse Vogtland
  • IBAN: DE52 8705 8000 3551 0048 53
  • BIC: WELADED1PLX
  • Verwendungszweck: Hochwasser 2021

Stiftung Lichtblick

  • Ostsächsische Sparkasse Dresden
  • IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74
  • Verwendungszweck: Sachsen gibt zurück

Arche noVa

  • Bank für Sozialwirtschaft
  • IBAN: DE78850205000003573500
  • BIC: BFSWDE33DRE

Diakonie Leipziger Land

  • Sparkasse Muldental
  • IBAN: DE83 8605 0200 1010 0120 68
  • Verwendungszweck: SOLADES1GRM

Das Geld, das auf dem Spendenkonto von arche noVa ankommt, wird daher vor allem auch für längerfristige Maßnahmen verwendet, etwa der Planung von Wiederaufbaumaßnahmen oder der Finanzierung von Eigenmitteln.

Spenden auch persönlich möglich

Wer für eine Gabe an die Hochwasser-Opfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nicht den digitalen Weg wählen möchte, der hat neben der Sachspende für die Diakonie Auerbach noch eine weitere Möglichkeit: Am kommenden Sonntag bietet der Evangelisch-Lutherische Kirchenbezirk Leipziger Land zum zweiten Mal Extrakollektive in den Gottesdiensten im Landkreis an, um so Geld zu erhalten, das dann durch das Diakonische Werk an geeignete Stellen in den Katastrophengebieten weitergeleitet wird.

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Erste Stellen überfordert mit Sachspenden

Mittlerweile müssen allerdings die ersten Aufnahmestellen für Sachspenden zurückrudern und die Spendenaktionen abbrechen – so erging es den Feuerwehren der beiden Gemeinden Borsdorf und Gerichshain. Sie hatten für Samstag dazu aufgerufen, Kleidung, Schuhe, Spielzeug und Bettwäsche für die Opfer abzugeben. Weit über 100 Menschen seien gekommen, erinnert sich Jens Beckmann von der Feuerwehr Borsdorf. Am Montag wurden nun allerdings die beiden noch geplanten Termine abgesagt, auf der Facebook-Seite der Feuerwehr steht der Grund: "Leider wurde uns mitgeteilt, dass wir die Hilfsgüter nicht zeitnah in die Krisenregion verbringen können."

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Im Falle der beiden Feuerwehren ist es der Nürburgring, an den die Spenden gehen. Die Motorsport-Rennstrecke dient momentan als logistisches Lager für unzählige Hilfsgüter, deren Verteilung nun in den nächsten Tagen koordiniert wird, so Pressesprecher Alexander Gerhard. Der ADAC wies allerdings darauf hin, dass momentan keine Spenden mehr angenommen werden.

Von Tobias Wagner

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