Studie

Zukunftsatlas: Leipzig ist dynamischste Region Deutschlands

Leipzig hat sich im Bundesvergleich von hinteren Rängen zum Top-Aufsteiger gemausert.

Leipzig hat sich im Bundesvergleich von hinteren Rängen zum Top-Aufsteiger gemausert.

Leipzig. Die gute Nachricht zuerst: Nirgendwo haben sich die wirtschaftlichen Aussichten in den zurückliegenden Jahren so stark verbessert wie in der sächsischen Messestadt.

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Laut dem Zukunftsatlas 2019, den das Forschungsinstitut Prognos am Freitag veröffentlichte, legte Leipzig im Ranking einen Sprung von Platz 334 im Jahr 2004 auf Platz 104 in diesem Jahr hin. Keine andere kreisfreie Stadt oder Region konnte derart für Furore sorgen.

Auch Jena und Dresden aussichtsreich

Im Gesamtvergleich der rund 400 Regionen liegen die Stadt und den Großraum München bundesweit klar in Führung, insgesamt dominieren süddeutsche Regionen im vorderen Viertel. Doch es tauchen auch ostdeutsche Großstädte wie Jena (Rang 29) und Dresden (41) auf. Potsdam (92) liegt in diesem Vergleich noch knapp vor Berlin (93). In diesen Regionen ist es laut Prognos am wahrscheinlichsten, dass es auch künftig wirtschaftlich bergauf geht.

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Stendal ist Schlusslicht

Schlusslicht ist laut Studie der Landkreis Stendal auf Platz 401. In die Bewertung flossen Chancen bei der Bevölkerungsentwicklung, dem Arbeitsmarkt, der Wettbewerbsfähigkeit und der sozialen Lage ein. Auch der Bundesländervergleich zeigt deutliche regionale Unterschiede im Beschäftigungswachstum: Thüringen (plus 2,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 2,9) und das Saarland (plus 3,2 Prozent) verzeichneten bundesweit die geringsten Beschäftigungszuwächse.

In Deutschland leben 2,4 Millionen mehr Menschen als 2011 (3,1 Prozent). Von diesem Zuwachs konnten Leipzig, Potsdam und Frankfurt am Main am meisten profitieren, hier wuchs die Einwohnerzahl um mehr als ein Zehntel. „Der Bevölkerungszuwachs ist vor allem in attraktiven Großstädten ausgeprägt: Zentral gelegene Arbeitsplätze, vielfältige Freizeit- und Bildungsangebote machen sie zu einem attraktiven Lebensraum vor allem für junge Menschen, Familien und Zuwanderer“, heißt es in der Studie, die alle drei Jahre veröffentlicht wird.

Günstiges Bauland im Osterland

Rückläufig ist die Bevölkerung demnach vor allem in ländlichen Kreisen in Ostdeutschland und strukturschwache Regionen in Westdeutschland, vor allem im Saarland. Jede zehnte deutsche Region weist dagegen einen deutlich positiven Geburtenüberschuss auf. Dazu zählt neben München und Frankfurt am Main auch die sächsische Landeshauptstadt Dresden.

Die Baulandpreise variieren um mehr als das 150-Fache. Während ein Quadratmeter baureifes Wohnbauland in München im Durchschnitt rund 2700 Euro kostete – der bundesweite Durchschnitt lag bei 170 Euro, werden in strukturschwachen Kreisen in West- und Ostdeutschland teils weniger als 20 Euro pro Quadratmeter verlangt, beispielsweise im Altenburger Land.

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OBM Jung freut sich über Spitzenplatz

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) äußerte sich auf LVZ-Anfrage zufrieden: „Das Ergebnis ist umso erfreulicher, wenn man bedenkt, woher wir kommen: über 20 Prozent Arbeitslosigkeit, Leerstand, Wegzug.“ Alle Leipziger zusammen hätten das gedreht und Sachsens größte Stadt an die bundesweite Spitze gesetzt. Über Jahrzehnte habe man neue Menschen mit offenen Armen empfangen, die hier kreativ und produktiv geworden seien, so der Rathauschef: „Jetzt müssen wir daran arbeiten, das Wachstum sozial zu gestalten – unter anderem mit bezahlbaren Wohnungen und sauberem Verkehr.“

Von Winfried Mahr

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