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R-Version als echter Herzenswärmer

Der neue VW T-Roc R – 300 PS erzeugen einen Hauch von Wehmut

Der VW T-Roc ist ein modernes Auto alter Schule und in der R-Version für unseren Tester ein echter Herzenswärmer.

Autos mit reinem Verbrennungs­antrieb haben inzwischen einen schweren Stand, altes Eisen ohne Zukunft. So zumindest geht die Erzählung. Das trifft auch für den VW T-Roc zu. Allerdings ist das SUV im Golf-Format ein Brot-und-Butter-Auto und mit mehr als einer Million verkaufter Einheiten in den vergangenen vier Jahren eine feste Säule im Modellprogramm der Niedersachsen. Jetzt haben die Wolfsburger den kleinen Bestseller überarbeitet. Tut man das für ein vermeintliches Auslaufmodell? Grund genug, um einen Blick darauf zu werfen.

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Der T-Roc ist kein besonderer Aufreger, kein Auto, nach dem man sich umschaut. Daran ändert sich auch wenig nach der Modellpflege: Außen haben die Designer ein paar Retuschen an der Front vorgenommen: Im Innenraum ist das Display fürs Infotainment nach oben gerückt, die Luftausströmer von der Seite nach unten, und der viel kritisierte Kunststoff, der den Instrumenten­­träger überzieht, ist immer noch hart, wenn auch nicht mehr ganz so hart. Dafür gibt es ein paar sogenannte Designernähte, die sehen zwar aus wie Leder, sind aber auch aus Kunststoff. In der Summe alles ganz gediegen, sehr schön.

Bei der Motorisierung hat sich nichts verändert. Für die Testfahrten standen die beiden großen Benziner zur Verfügung, weil man einem Journalisten niemals das Basismodell an die Hand gibt – die Enttäuschung könnte zu groß sein. Beide Maschinen sind reine Verbrenner ohne den Hauch irgendeiner Elektrifizierung, Technologie von gestern eben. Auch wenn es manchem schwerfallen mag: Die Dinger verkaufen sich nach wie vor wie geschnitten Brot, sie verdienen das Geld, das man dann wenigstens teilweise in die Zukunft der Mobilität steckt. Oder, besser gesagt, in deren Entwicklung.

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Den Anfang macht der 190-PS-TSI-Motor. Der hängt sehr schön am Gas, es geht richtig zügig vorwärts und nach runden 40 Kilometern über Land mit einer ganzen Reihe von Eindrücken waren die ersten Sätze zurechtgelegt. Nicht zu überschwänglich, damit noch ein bisschen Luft nach oben ist.

Old-School-mäßige Rundinstrumente

Am Ende dieser kleinen Runde war dann die R-Version an der Reihe, optisch aggressiver, breite Lufteinlässe an der Front und sportlich verchromte vier Abgasrohre am Heck. Geschwindigkeit und Drehzahl werden zwar digital, aber Old-School-mäßig in Rundinstrumenten angezeigt. Die stärkste Leistungsstufe verfügt mit ihren 300 PS zudem über Allradantrieb, damit die Kräfte auf der Vorderachse nicht so sehr an der Lenkung zerren und der geneigte Fahrzeuglenker ohne böse Überraschungen durch die Kurven kommt.

Schon beim Anlassen des Motors ist klar, dass hier etwas anders ist. Vier Zylinder sind jetzt nicht die ganz große Offenbarung, doch als das Maschinchen anläuft, erzeugt es einen Hauch von Wehmut. Es geht dann auf die Landstraße, und als wir schließlich allein auf weiter Flur sind, kommt der obligatorische Tritt aufs Gaspedal – das macht man so in dieser Branche. Beim Kickdown fängt der T-Roc an zu fauchen, das Fahrzeug macht einen Satz nach vorn, und plötzlich ist alles wieder da, man erinnert sich, was einem bei dem ganzen Gewese um das Sirren und Surren der Elektroautos so fehlt.

Hochmotorisierte Verbrenner sind inzwischen stigmatisiert

Wenn 300 PS losballern, wenn einem ein kleines Teufelchen ins Ohr raunt, mit den Pedals hinterm Lenkrad die sieben Gänge der Automatik zu überstimmen und die Gänge weit nach oben auszudrehen, wenn der Motor faucht und heult und die Wiesen und Felder zu grünen und braunen Streifen verschwimmen, weil man inzwischen so viel Sachen draufhat, dass man vor Scham eigentlich rot anlaufen müsste – dann pulsiert das Leben. Hochmotorisierte Verbrenner sind inzwischen stigmatisiert, sind Teufelswerk, aber sie jagen einem kleine feurige Schauer durch die Adern. Ist das jetzt unvernünftig? Ja, hoffentlich! Macht das Spaß? Und wie! Solange man allein auf der Straße ist und es niemand mitbekommt.

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Irgendwann kommt ein anderes Auto entgegen, die Bremsen packen zu, und während man langsam wieder runterkühlt, beschäftigt einen die ewig alte Frage, die heute so gern diskutiert wird: Darf man das so empfinden? Auch angesichts der aktuell horrenden Kraftstoffpreise? Ist man deshalb ein schlechterer Mensch? Diese Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten. Der T-Roc ist jedenfalls ein modernes Auto alter Schule und in der R-Version ein echter Herzenswärmer. Volle Punktzahl.

 

VW T-Roc R

Motor: 2,0-Liter-Turbobenziner

Leistung: 221 kW/300 PS

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Drehmoment: 400 Nm

0–100 km/h: 4,9 s

Spitze: 250 km/h

Verbrauch: 8,0 l Super

CO₂: 183 g/km

Länge/Breite/Höhe: 4236/1819/1559 mm

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Radstand: 2,60 m

Getriebe: Siebengang-DSG

Preis: ab 48.445 Euro

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