Gebäudeeinsturz bei Miami: Gutachten stellte massive Bauschäden fest

Ein Gutachten aus dem Jahr 2018 stellte zum Teil gravierende Mängel fest: Such- und Rettungskräfte suchen am Samstag nach Überlebenden in den Trümmern des am Donnerstag teilweise eingestürzten zwölfstöckigen Gebäudes in Miamis Stadtteil Surfside.

Ein Gutachten aus dem Jahr 2018 stellte zum Teil gravierende Mängel fest: Such- und Rettungskräfte suchen am Samstag nach Überlebenden in den Trümmern des am Donnerstag teilweise eingestürzten zwölfstöckigen Gebäudes in Miamis Stadtteil Surfside.

Ein Gutachten von 2018 zu dem teils eingestürzten Wohngebäude bei Miami legte „erhebliche Bauschäden“ offen. Betroffen sei die Abdichtung einer Betonplatte unter dem Pool-Bereich, die einer umfangreichen Reparatur bedürfe, hieß es in dem Bericht von Ingenieuren der Firma Morabito Consultants. Vor einer unmittelbaren Gefahr warnten sie zwar damals nicht. Gleichwohl betonten sie, dass kostspielige und umfassende Wartungen nötig seien, um die Probleme zu beheben.

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Einige Pfeiler im Parkhaus waren in baufälligem Zustand

Im Report war auch von „zahlreichen Rissen und Absplitterungen“ an Betonsäulen, Balken und Wänden im Parkhaus des Gebäudes die Rede. Einige Schäden seien geringfügig, während bei einigen Pfeilern der Betonstahl freigelegt und im baufälligen Zustand gewesen sei.

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Auch frühere Versuche, die Säulen und andere Schäden mit Epoxidharz zu reparieren, seien durch eine schlechte Ausführung beeinträchtigt gewesen und hätten nicht gefruchtet, hieß es im Bericht. So fänden sich unter der Pool-Anlage, wo Betonplatten mit Epoxidharz bearbeitet worden seien, „neue Risse, die von ursprünglich reparierten Rissen ausgingen“.

Ex-Bauingenieur denkt „mit Grausen“ an die umliegenden Häuser

Gregg Schlesinger, ein Ex-Bauingenieur, sagte, weiteren Anlass zur Sorge gäben Angaben im Bericht, wonach Risse in der Stuckfassade des Wohnturms entdeckt worden seien. Dies könnte auf bauliche Probleme am Außenbereich hindeuten, die beim Einsturz entscheidend gewesen sein könnten. „Das Gebäude spricht zu uns. Es sagt uns, dass wir ein ernstes Problem haben“, sagte Schlesinger in einem Telefoninterview am Samstag.

Gerade an Bauten an Stränden gebe es „verräterische Anzeichen“, die auf strukturelle Schäden hinwiesen, die überwiegend von Salzwasser und dem Eindringen salzhaltiger Luft herrührten. „Dies ist ein Weckruf für die Leute am Strand. Untersucht und repariert. Dies sollte alle fünf Jahre gemacht werden“, ergänzte Schlesinger, der sich inzwischen als Anwalt mit Fällen von Bauschäden befasst. Mit „Grausen“ denke er an die anderen Gebäude rund um das eingestürzte Wohnhaus bei Miami. „Glauben Sie, das ist einmalig? Nein!“

Aus den Trümmern aufsteigender Rauch behindert die Retter

Massiv erschwert wurde die dringliche Suche nach Überlebenden durch ein Feuer, das tief im Schutthaufen des Wohnhauses Champlain Towers South züngelte, wie die Bürgermeisterin des Bezirks Miami-Dade, Daniella Levine Cava, am Samstag mitteilte. Feuerwehrleute hätten erhebliche Schwierigkeiten, den Brandherd ausfindig zu machen.

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Der aus den Trümmern aufsteigende Rauch sei die größte Hürde, erklärte die Bezirksbürgermeisterin. Im Kampf gegen die Flammen setzten die Einsatzkräfte auf Infrarot-Technologie, Wasser und Schaum. Mindestens vier Menschen kamen bei dem Einsturz am Donnerstagmorgen (Ortszeit) um. 159 Menschen gelten als vermisst und könnten im Haus gewesen sein.

Rachel Spiegels Mutter lebte im sechsten Stock: „Ich bete für ein Wunder“

Am Samstag war zu sehen, wie ein Kran Trümmerstücke von einem mehr als neun Meter hohen Schutthaufen an der Einsturzstelle hob. Viele Einsatzkräfte nutzten zudem schweres Gerät, kleine Eimer, Drohnen, Mikrofone und sogar ihre bloßen Hände, um sich durch den Trümmerberg zu pflügen, an dessen Stelle sich einmal der zwölfstöckige Wohnturm befand.

Angehörige von vermissten Bewohnern gaben die Hoffnung auf ein Wunder noch nicht auf. Mit Gefühlen, die zwischen Bangen und Zuversicht schwankten, verfolgten sie die Suche der Einsatzkräfte. „Ich bete einfach für ein Wunder“, sagte Rachel Spiegel, deren 66 Jahre alte Mutter Judy im sechsten Stock des Hauses wohnte. „Wir sind untröstlich, dass sie überhaupt im Gebäude war.“

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Jeanne Ugarte erklärte dagegen, sie müsse sich wohl damit abfinden, dass ihre langjährigen Freunde Juan und Ana Mora sowie der Sohn Juan Jr., der seine Eltern im dem Haus besucht hatte, nicht mehr am Leben seien. „Ich weiß, dass sie sie nicht (lebend) finden werden“, sagte Ugarte. „Es ist schon zu lange her.“

RND/AP

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