Propangas tritt aus Waggon aus

Güterzüge kollidieren: ICE-Verbindung zwischen Hannover und Berlin gesperrt

Das ganze Ausmaß des Bahnunfalls bei Leiferde zeigt sich auf der Luftaufnahme.

Das ganze Ausmaß des Bahnunfalls bei Leiferde zeigt sich auf der Luftaufnahme.

Gifhorn. Zwei Güterzüge sind am frühen Donnerstagmorgen im Landkreis Gifhorn kollidiert. Dabei wurden mehrere Waggons beschädigt, explosives Propangas entwich aus mindestens einem Waggon. Die wichtige Bahnstrecke mit zahlreichen ICE- und IC-Verbindungen wurde gesperrt, Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge.

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Ein Güterzug habe bei Leiferde wegen eines entsprechenden Signals gehalten, ein folgender Güterzug fuhr aus zunächst ungeklärter Ursache auf den Zug auf, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Der Lokführer des auffahrenden Zuges wurde verletzt und kam ins Krankenhaus, der Führer des ersten Zuges wurde leicht verletzt.

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Nach der Kollision trat hochexplosives Propangas aus zwei Waggons aus. Angaben der Feuerwehr zufolge müsse das Gas zunächst vollständig entweichen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Donnerstag. Am Donnerstagmittag übernahmen Experten der Werksfeuerwehr des Chemieparks Marl die weiteren Arbeiten. Die Werksfeuerwehr sei auf derartige Unfälle spezialisiert und habe das nötige Equipment, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag. Die Spezialisten werden demnach am Nachmittag am Unfallort in Leiferde im Landkreis Gifhorn erwartet. Der Unfallort sei „weit weg von der nächsten Bebauung“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher am Vormittag. Der Wind verteile das Gas zusätzlich. Das komme der Feuerwehr gelegen.

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Die Aufräumarbeiten und die Ermittlungen dürften mindestens einen Tag dauern, kündigte der Sprecher der Polizei an. Bei dem Unfall seien zwei Kesselwagen umgekippt und zwei weitere entgleist, insgesamt bestand der auffahrende Zug aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwaggons. Die Ursache des Unfalls war zunächst noch unklar.

Oberleitung heruntergerissen

Bei dem Unfall wurden auch mehrere Hundert Meter Oberleitung heruntergerissen, sagte der Sprecher. Der Strom sei abgestellt worden, Züge könnten in beide Richtungen nicht mehr fahren. Experten der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung würden gegen Mittag erwartet.

Von der Streckensperrung sei auch die ICE-Verbindung zwischen Hannover und Berlin betroffen, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Züge würden umgeleitet und verspäteten sich um etwa 60 Minuten. Das gelte auch für die ICE-Züge von der Schweiz über Frankfurt und Kassel nach Berlin. Die IC-Verbindungen zwischen Amsterdam und Berlin führen nur bis Hannover und starteten auch dort in Gegenrichtung. Weitere ICE- und IC-Züge in dem Abschnitt fielen aus. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindungen informieren. Nach Angaben der Feuerwehr dürften die Aufräumarbeiten an der Strecke noch dauern.

Auch der Regionalverkehr war betroffen von der Sperrung der Strecke zwischen Wolfsburg und Lehrte - es ging um die Enno-Linie RE30 von Hannover über Gifhorn nach Wolfsburg. Nur auf dem Abschnitt zwischen Hannover und Lehrte pendelten Züge, teilte das Unternehmen mit. Ein Schienenersatzverkehr sollte schnellstmöglich eingerichtet werden. Grund der Streckensperrung seien Schäden an der Oberleitung.

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RND/dpa

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