„Hinterhalt“: Berliner Feuerwehr und Polizei nahe „Rigaer 94“ angegriffen
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In der Vorwoche flogen in Friedrichshain Pflastersteine: Ermittler gehen davon aus, dass Polizei und Feuerwehr in einen Hinterhalt in der Rigaer Straße gelockt wurden. (Archivfoto)
© Quelle: Paul Zinken/dpa
Berlin. Nach den massiven Angriffen gegen Polizisten und Feuerwehrleute nahe der „Rigaer 94“ in der Vorwoche gehen Ermittler davon aus, dass die Einsatzkräfte einen fingierten Notruf bekamen. Die Einsatzkräfte seien „spontan in einen Hinterhalt gegangen“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie waren demnach in der Nacht zum Donnerstag gegen 2.30 Uhr im Stadtteil Friedrichshain wegen eines brennenden Müllcontainers in die Rigaer Straße Höhe Zellestraße gerufen worden.
Brennender E-Scooter wurde in Müllcontainer geworfen
Vermutlich sei ein E-Scooter absichtlich angezündet und dann in einen Müllcontainer geworfen worden, so Slowik. Als Polizei und Feuerwehr ankamen, seien sie mit Steinwürfen von einem Hausdach attackiert worden. Einsatzfahrzeuge wurden beschädigt. Polizisten mussten sich mit Schutzschilden sichern.
Ein Feuerwehrwagen fuhr rückwärts aus der Gefahrenzone. Der Einsatz wurde unterbrochen, das Feuer dann aber gelöscht. Nach früheren Polizeiangaben wurden mehr als 50 Pflastersteine auf der Straße gefunden.
Täter wurden bislang nicht gefasst
Täter wurden laut Polizeipräsidentin bislang nicht gefasst. Es gebe nur „geringfügige Ermittlungsanhalte“. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittele wegen Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung.
Angesichts immer neuer Angriffe in dem Areal Rigaer Straße werde die Polizei, die dort ihre Präsenz bereits verstärkt habe, ihr taktisches Verhalten ändern, kündige Slowik an.
Szene kündigt Widerstand gegen Brandschutzkontrolle an
An diesem Donnerstag soll voraussichtlich das besetzte und verbarrikadierten Haus in der Rigaer Straße 94 von einem Brandschutz-Sachverständigen des Eigentümers begutachtet werden. Bewohner aus der linksradikalen Szene kündigten mehrfach Widerstand an. Die Kontrolle soll noch in einer letzter Minute mit einem Eilantrag gestoppt werden. Eine Gerichtsentscheidung gibt es noch nicht.
RND/dpa