Minister sieht Handlungsbedarf

Karl Lauterbach kritisiert: Oktoberfest war eine „schlechte Idee“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das Oktoberfest nach den gestiegenen Corona-Fallzahlen kritisiert.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das Oktoberfest nach den gestiegenen Corona-Fallzahlen kritisiert.

Berlin/München. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht angesichts der kritischen Corona-Entwicklung in München nach dem Oktoberfest Handlungsbedarf für weitere Schutzvorgaben. Er finde, dass „München, aber auch Bayern unter besonderer Verpflichtung ist, sich jetzt zu überlegen, was macht man mit der Maskenpflicht in den Innenräumen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin.

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„Will man das wirklich so laufen lassen?“ Das ginge zulasten von Pflegekräften, ärztlichem Personal und Leuten, die infiziert würden. „Man muss jetzt darüber nachdenken: Wann ist der richtige Zeitpunkt, dass man die Verantwortung zeigt?“ Das Infektionsschutzgesetz gebe dies her.

Lauterbach schlägt Ländern vor, Maskenpflicht jetzt umzusetzen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schätzt, dass die Zahl der tatsächlichen täglichen Corona-Infektionen in Deutschland derzeit bis zu 400.000 beträgt.

Lauterbach: Oktoberfest ist, so wie es gemacht wurde, eine schlechte Idee gewesen

Nach dem Ende des Oktoberfestes sind die Infektionszahlen in München stark gestiegen, Kliniken berichteten von Problemen. Lauterbach sagte: „Es muss jetzt nach vorne geblickt werden. Es hilft nicht, da nachzutreten.“ Er bekräftigte zugleich: „Natürlich ist das Oktoberfest, so wie es gemacht wurde, eine schlechte Idee gewesen.“

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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wies die Kritik aus Berlin zurück: „Bayern überwacht die Corona-Lage sehr engmaschig über einen vielschichtigen Monitoring-Prozess. Sollten die Indikatoren darauf deuten, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, werden wir umgehend handeln“, sagte er in München. Im Moment gebe es dafür keinen Anlass, „aber wir sind für kurzfristige Entscheidungen vorbereitet“.

Absagen hätte man es wegen fehlender Rechtsgrundlage schlecht können. „Aber hätte man es besser durchführen können oder sollen? Da ist die Antwort natürlich: ja.“ Man hätte zum Beispiel warnen müssen: „Wer soll kommen, wer soll nicht kommen“, sagte Lauterbach etwa mit Blick auf Menschen mit Vorerkrankungen. Das Allermindeste wäre gewesen, jedem einen Selbsttest bei Eintritt anzubieten oder besser noch einen Testnachweis vorzugeben. Unabhängig vom Infektionsschutzgesetz könne man natürlich im Rahmen des Hausrechtes jederzeit Vorgaben machen für den Besuch einer Veranstaltung oder eines Lokals.

RND/dpa

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