Kinderpornografie und Missbrauch: Haftstrafen für Männer aus Berlin und Regensburg

Zwei Männer sind im Prozess um Kinderpornografie vor dem Landgericht Regensburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden (Symbolbild).

Zwei Männer sind im Prozess um Kinderpornografie vor dem Landgericht Regensburg zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden (Symbolbild).

Regensburg/Berlin. Im Prozess um Kinderpornografie hat das Landgericht Regensburg (Bayern) zwei Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein 54-Jähriger aus Berlin erhielt sechs Jahre und zwei Monate. Ein 57 Jahre alter Jurist aus Regensburg bekam vier Jahre Haft. Er soll sich im Internet hinter dem Namen „Good Uncle“ (Guter Onkel) versteckt und fast 900.000 Bilddateien von Kindern auf seinem Computer gespeichert haben. Beide hatten umfassende Geständnisse abgelegt.

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Angeklagter hatte Freundin seiner Tochter sexuell missbraucht

Die Männer waren laut Urteil daran beteiligt, bandenmäßig Fotos und Videos des sexuellen Missbrauchs von Kindern über eine Internetplattform zugänglich zu machen. Der Angeklagte aus Berlin hatte vor allem selbst ein anfangs zehnjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Es handelte sich um die Freundin seiner Tochter. Beim Bereitstellen der Bilder spielte er eine geringere Rolle.

Die beiden waren laut Anklage in dem über das Darknet erreichbaren Internetforum als Moderatoren und Administratoren tätig. Der Vorsitzende Richter Thomas Zenger nannte im Urteil die Zahl von rund 674.000 Dateien, die der 57-Jährige zugänglich gemacht habe. Bei einer exemplarischen Betrachtung des Beweismaterials seien Bilder comic-haft überzeichnet und daher strafrechtlich nicht relevant gewesen. Deshalb seien rund 25 Prozent vom ursprünglichen Material abgezogen worden.

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Zenger verwies in seiner Urteilsbegründung einerseits auf die ungeheure Menge der Bilder. Es habe sich andererseits vor allem um Bilder gehandelt, auf denen Kinder posierten, also ohne sexuelle Handlungen. Zudem seien die Angeklagten stets kooperativ gewesen.

Gericht, Anklage und Anwälte hatten sich am Dienstag kurz nach dem Prozessauftakt zu einem Rechtsgespräch getroffen. Demnach sollte der 57-Jährige vier bis viereinhalb Jahre Haft bekommen, der 54-Jährige sechs bis sechseinhalb Jahre. Beide saßen in Untersuchungshaft.

Das Verfahren gegen einen 29-Jährigen wurde abgetrennt und wird gesondert verhandelt. Ein Termin steht bisher nicht fest. Der Mann aus Rheinland-Pfalz ist als einziger auf freiem Fuß.

RND/dpa

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