Jury spricht Urteil

Beamte machten Unfallfotos von Kobe Bryant: Bezirk muss Witwe 16 Millionen zahlen

Vanessa Bryant (in weiß), die Witwe von Kobe Bryant, verlässt zusammen mit ihrer Tochter Natalia (links neben ihr), der Fußballspielerin Sydney Leroux (rechts neben ihr) und dem Anwalt Luis Li (rechts) ein Bundesgericht in Los Angeles.

Vanessa Bryant (in weiß), die Witwe von Kobe Bryant, verlässt zusammen mit ihrer Tochter Natalia (links neben ihr), der Fußballspielerin Sydney Leroux (rechts neben ihr) und dem Anwalt Luis Li (rechts) ein Bundesgericht in Los Angeles.

Los Angeles. Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Unfalltod von Basketballstar Kobe Bryant hat dessen Witwe in einem Prozess um die Verletzung ihrer Privatsphäre Recht bekommen. Weil Hilfssheriffs und Feuerwehrleute am Unglücksort Handyfotos von den Leichen von Bryant und dessen 13 Jahre alter Tochter Gianna gemacht und sie dann mit anderen geteilt hätten, müsse der Bezirk Los Angeles 16 Millionen Dollar an Vanessa Bryant zahlen, urteilte eine Jury am Mittwoch an.

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Das Verhalten der Bediensteten des Bezirks habe die Privatsphäre von Bryants Witwe verletzt und ihr seelisches Leid zugefügt. Als das Urteil verkündet wurde, weinte Vanessa Bryant leise.

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NBA-Legende Kobe Bryant starb am 26. Januar 2020.

Anwalt von Vanessa Bryant: Fotos aus schauriger Neugier herumgereicht

Zum Prozessauftakt erklärte ihr Anwalt Luis Li, dass die Handyfotos keinen offiziellen oder ermittlungstechnischen Zweck erfüllt hätten. Vielmehr seien sie aus einer schaurigen Neugier heraus zum „visuellen Tratsch“ herumgereicht worden.

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Die Bilder machten Berichten zufolge vor allem unter Angestellten des Sheriffbüros und der Feuerwehr von Los Angeles die Runde. Einige teilten die Fotos demnach beim Videospielen und einem Bankett bei einer Preisverleihung. Auch Ehepartnerinnen etlicher Bediensteter bekamen sie zu sehen. In einem Fall zeigte ein Hilfssheriff außer Dienst die Handybilder einem Barkeeper, wie Aufnahmen von einer Überwachungskamera belegten.

Die Anwältin des Bezirks Los Angeles, Mira Hashmall, bezeichnete die Fotos der Einsatzkräfte als notwendiges Mittel zur Einschätzung der Lage und zum Austausch von Informationen. Zudem seien die Bilder nie an die Öffentlichkeit gelangt. Dies bedeute doch, dass Sheriff Alex Villanueva und andere Beamte entschlossen gehandelt hätten, als sie von den Bediensteten verlangten, die Fotos zu löschen.

Neben Vanessa Bryant hat der Witwer Chris Chester, der beim Absturz des Helikopters seine Frau und die gemeinsame Tochter verloren hatte, den Bezirk verklagt. Chester bekam 15 Millionen Dollar zugesprochen.

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Experten: Pilotenfehler führte zu Absturz

Bei dem Hubschrauberabsturz am 26. Januar 2020 kamen neben Bryant und seiner Tochter Gianna sieben weitere Menschen um. Die Passagiere waren auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in Bryants Mamba Sports Academy, als der Hubschrauber in Schräglage geriet und in die Hügel von Calabasas stürzte.

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Basketball-Legende Kobe Bryant kam bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien ums Leben.

Alle neun Menschen an Bord wurden getötet, der Hubschrauber ging in Flammen auf. Sicherheitsexperten machten einen Pilotenfehler für den Absturz verantwortlich.

RND/AP

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