Waren unter den ersten am Unfallort

Nur zum „Tratsch“? Polizist und Feuerwehrmann sollen Fotos von totem Kobe Bryant geteilt haben

Kobe und Gianna Bryant sind am 26. Januar 2020 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. (Archivbild)

Kobe und Gianna Bryant sind am 26. Januar 2020 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. (Archivbild)

Los Angeles. Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Unfalltod von Basketballstar Kobe Bryant und dessen Tochter Gianna hat ein Prozess gegen den Bezirk von Los Angeles wegen Verletzung der Privatsphäre der Toten begonnen.

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Ein Hilfssheriff und ein leitender Feuerwehrmann hätten am Absturzort von Bryants Hubschrauber mit ihren Handys Fotos von den Leichen der Sport-Legende und den anderen Opfern gemacht, nur um sie für „visuellen Tratsch“ herumzureichen, sagte der Anwalt von Bryants Witwe Vanessa, Luis Li, zum Auftakt der Verhandlung vor einer Jury. Einen offiziellen Zweck hätten die Bilder nicht erfüllt. „Sie wurden wiederholt mit Personen geteilt, die absolut keinen Grund hatten, sie zu bekommen.“

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Überwachungskameras belegen: Hilfssheriff zeigte Fotos einem Barkeeper

Während Lis Eröffnungsplädoyer weinte Vanessa Bryant. Dass seine Mandantin einen Monat nach dem Unfalltod ihres Mannes aus einem Bericht der „Los Angeles Times“ habe erfahren müssen, dass die Handyfotos die Runde machten, habe ihren Kummer verschlimmert, sagte ihr Verteidiger. Er zeigte der Jury zudem Aufnahmen von einer Überwachungskamera: Zu sehen ist ein Hilfssheriff außer Dienst, der die Fotos in einer Kneipe einem Barkeeper zeigt, der dann angewidert den Kopf schüttelt. Ein anderes Bild zeigt, wie die beiden Männer später lachen.

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Bergungsarbeiten an der Absturzstelle des Hubschraubers von Kobe Bryant.

Die Anwältin des Bezirks Los Angeles, Mira Hashmall, verteidigte die Handyfotos der Einsatzkräfte. Für Ersthelfer sei das ein notwendiges Mittel zum Austausch von Informationen gewesen, als sie angenommen hätten, am schwer zugänglichen und gefährlichen Absturzort noch Leben retten zu können, argumentierte sie.

Opferfamilien lehnten bereits Vergleichszahlung in Höhe von 2,5 Millionen Dollar ab

Neben Vanessa Bryant hat der Witwer Chris Chester, der beim Absturz des Helikopters seine Frau und die gemeinsame Tochter verloren hatte, den Bezirk verklagt. Sie verlangen vom Los Angeles County einen nicht näher bezifferten Betrag in Millionenhöhe. In einem ähnlichen Fall hatte der Bezirk sich schon zu einer Vergleichszahlung in Höhe von 2,5 Millionen Dollar an zwei andere Opferfamilien bereit erklärt, doch lehnten Vanessa Bryant und Chester den Deal ab.

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Bei dem Hubschrauberabsturz am 26. Januar 2020 kamen neben Bryant und seiner Tochter Gianna sieben weitere Menschen um. Die Passagiere waren auf dem Weg zu einem Basketball-Turnier in Bryants Mamba Sports Academy, als der Hubschrauber nördlich von Los Angeles in dichten Nebel geriet. Der Pilot stieg steil auf und hatte die Wolken fast durchbrochen, als der Hubschrauber plötzlich in Schräglage geriet und in die Hügel von Calabasas stürzte. Alle neun Menschen an Bord wurden getötet, der Hubschrauber ging in Flammen auf. Sicherheitsexperten machten einen Pilotenfehler für den Absturz verantwortlich.

RND/AP

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