Einsatzkräfte blieben lang tatenlos

Massaker von Uvalde: Polizeichef des Schulbezirks wegen etlicher Versäumnisse gefeuert

Polizisten des texanischen Sicherheitsministeriums stehen bei einer Sitzung des Kuratoriums des Uvalde Consolidated Independent School District in Uvalde, Texas, bereit. Drei Monate nach dem verheerenden Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas wurde der Polizeichef des Schulbezirks entlassen.

Polizisten des texanischen Sicherheitsministeriums stehen bei einer Sitzung des Kuratoriums des Uvalde Consolidated Independent School District in Uvalde, Texas, bereit. Drei Monate nach dem verheerenden Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas wurde der Polizeichef des Schulbezirks entlassen.

Uvalde. Drei Monate nach dem Schusswaffenmassaker an einer Grundschule im texanischen Uvalde ist der umstrittene Polizeichef des Schulbezirks, Pete Arredondo, von seinem Amt entbunden worden. Die Entlassung durch den zuständigen Ausschuss am Mittwoch (Ortszeit) folgte auf Enthüllungen etlicher Versäumnisse der Polizei am Tag der Bluttat, bei der ein junger Schütze 19 Kinder und zwei Lehrkräfte in der Robb Elementary School tötete.

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Vor der Sitzung des Schulvorstands ließ Arredondo über seinen Anwalt George Hyde eine Erklärung verbreiten. Der Schulbezirk-Polizeichef sei ein „mutiger Beamter“, der „für die geretteten Leben gefeiert“ werde und nicht wegen jenen „verteufelt werden sollte, die er nicht rechtzeitig erreichen“ konnte, hieß es im Schreiben. Arredondo rechtfertigte zudem sein Fernbleiben von der Sitzung. Er sorge sich um seine Sicherheit. Der Schulbezirk habe ihm aber nicht erlaubt, bewaffnet zum Treffen zu erscheinen, hieß es in seinem Brief.

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Zu Beginn der geschlossenen Sitzung forderten einige im Publikum lautstark die Entlassung Arredondos. „Feigling!“ und „Was ist mit unseren Kindern?“, skandierten Eltern der Opfer.

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Hunderte bewaffnete Beamte warteten mehr als eine Stunde im Schulgang

Besonders scharfe Kritik regte sich nach dem Massaker am Vorgehen Arredondos, der am Tag des Massakers der Einsatzleiter war. In Ermittlungsberichten der Polizei des US-Staates und unabhängiger Experten der Texas State University wurde ihm und seinen Kollegen ein zu zögerliches Agieren vorgehalten. So kam heraus, dass Hunderte bewaffnete Beamte mehr als eine Stunde im Schulgang warteten, ehe sie den Klassenraum stürmten, in dem der Schütze das Blutbad anrichtete.

Seit Ende Juni war Arredondo beurlaubt. Er ist der erste Beamte, der nach dem viel kritisierten Polizeieinsatz gefeuert worden ist. Ein weiterer ranghoher Beamter, Mariano Pargas, ist beurlaubt worden. Er war am Tag der Bluttat geschäftsführender Polizeichef von Uvalde.

RND/AP

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