Prozess: Feuerwehrmann gesteht Brandstiftung - Taten als „Hilfeschrei“

Einem 32-Jährigen, einem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, wird vorgeworfen, sieben Brände im Zeitraum von April 2019 bis November 2020 gelegt zu haben. In einem Fall soll der Mann einen Schuppen in der Nähe eines Wohngebäudes angezündet haben, in dem eine vierköpfige Familie schlief.

Einem 32-Jährigen, einem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, wird vorgeworfen, sieben Brände im Zeitraum von April 2019 bis November 2020 gelegt zu haben. In einem Fall soll der Mann einen Schuppen in der Nähe eines Wohngebäudes angezündet haben, in dem eine vierköpfige Familie schlief.

Heilbronn. Nach einer monatelangen Serie von Brandstiftungen hat ein Feuerwehrmann vor Gericht die Verantwortung für die Taten übernommen. Der Mann aus Gundelsheim (Landkreis Heilbronn) wehrte sich aber im Prozess vor dem Heilbronner Landgericht gegen den Vorwurf, mit einem von ihm gelegten Scheunenbrand vier Menschen gefährdet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte den gelernten Koch und Fleischer aus diesem Grund auch wegen versuchten Mordes angeklagt.

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Angeklagter leidet seit Jahren unter Depressionen

Über seinen Verteidiger gab der seit November in Haft sitzende Mann am Montag an, wegen der völligen Dunkelheit nicht wahrgenommen zu haben, dass in der Nähe des Brandortes ein Wohnhaus gestanden habe. Seine Taten seien ein Hilfeschrei gewesen, um Aufmerksamkeit zu erregen, „damit man mir hilft“. Er leide seit Jahren unter Depressionen und habe Selbstmordgedanken, sagte der 32-Jährige.

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Richter Roland Kleinschroth hielt ihm dagegen vor, als Zeuge nach den Bränden den Verdacht auf andere gelenkt zu haben. Dass passe nicht zu seiner Aussage, erwischt werden zu wollen. Der Deutsche habe Einwohner des kleinen Ortes monatelang in Angst und Schrecken versetzt.

Als Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr soll der Mann nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft für sieben Brände in Gundelsheim (Kreis Heilbronn) und Umgebung verantwortlich. Unter anderem soll er zwischen April 2019 und November 2020 zwei Autos, einen Heustapel, eine Scheune und drei Gebäude in Brand gesetzt haben. Der Schaden betrug insgesamt rund eine halbe Million Euro.

Tatverdächtiger räumte Taten bereits in ersten Vernehmungen ein

Da der Schuppen nahe bei einem Wohnhaus stand, in dem eine vierköpfige Familie schlief, muss sich der Mann auch wegen versuchten Mordes verantworten. Die Familie konnte damals rechtzeitig reagieren und blieb unverletzt. Nach Angaben der Behörden soll der angeklagte Mann selbst dabei geholfen haben, die mutmaßlich von ihm gelegten Brände zu löschen.

Nach früheren Angaben war die Polizei dem Mann auf die Spur gekommen, nachdem im zu Gundelsheim gehörenden Ort Tiefenbach ein Auto ausgebrannt war. Bei den Ermittlungen sei der Mann in den Blick der Ermittler geraten.

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Der Mann hatte die Taten bereits in ersten Vernehmungen eingeräumt. Die Kammer muss unter anderem entscheiden, ob eine Depression strafrechtlich gewertet werden könnte und ob der Mann psychiatrisch behandelt werden müsste. Mit einem Urteil wird nicht vor Ende Juli gerechnet.

RND/dpa

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