Staatsanwalt: Marcel H. handelte aus Mordlust

Klaus-Peter Lipphaus, Leiter der Mordkommission Bochum, bei der Pressekonferenz im Dortmunder Polizeipräsidium.

Klaus-Peter Lipphaus, Leiter der Mordkommission Bochum, bei der Pressekonferenz im Dortmunder Polizeipräsidium.

Herne. Bei dem mutmaßlichen Kindermörder von Herne handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen "in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen, gefährlichen und brutalen Täter". Das sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange am Freitag bei einer Pressekonferenz in Dortmund. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Marcel H. habe beide Morde gestanden. Das zweite Opfer, Christopher W. (22), war ein Bekannter von H., den er vom Berufskolleg kannte. Er habe ihn nach dem ersten Mord am Montagabend gefragt, ob er ein paar Tage bei ihm wohnen könne. Das habe der 22-Jährige bejaht. Den Abend verbrachten die zwei weitläufig Bekannten mit Computerspielen. Als er allerdings H. darauf ansprach, dass der doch gesucht werde und W. deswegen zur Polizei gehen wollte, war das sein Todesurteil.

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Mit 68 Stichen brachte H. am Dienstag den Wohnungsbesitzer um, wickelte die Leiche ein und blieb fortan in der Wohnung des Opfers. Am Mittwoch, so die Polizei, sei dann in H. der Plan gereift, sich zu stellen. Zunächst wählte er mit dem Handy des toten Christopher W. 110, als das nicht klappte, zündete er Gegenstände in der Wohnung an und ging in den Imbiss, um sich zu stellen.

Ursprünglich, so die Beamten, habe H. sich strangulieren wollen, da er eine Absage von der Bundeswehr erhalten habe. Nach zwei erfolglosen Versuchen habe er beschlossen, stattdessen jemand umzubringen. Er klingelte an der Nachbarstür – bereit jeden zu töten, der ihm zufällig öffnen würde. Es war der kleine Jaden ...

H. sei, so der Chef der Bochumer Mordkommission, Klaus-Peter Lipphaus, während der Vernehmung „eiskalt“ gewesen und habe den Kollegen sein Geständnis diktiert. „Er redet viel“, so Lipphaus. Die Schuldfähigkeit des mutmaßlichen Doppelmörders von Herne ist noch unklar. Dieses werde mit Sicherheit geprüft, sagte Danyal Maibaum von der Bochumer Staatsanwaltschaft am Freitag in Dortmund. Der Verdächtige erinnere sich aber sehr detailliert an die Taten.

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Von RND/dk

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