Suche nach Vermissten in Mocoa vorerst eingestellt

Soldaten helfen den Einwohnern Moncoas (Kolumbien). Drei Flüsse hatten sich in der Nacht zu reißenden Strömen entwickelt, die wie Lawinen alles mitrissen, hinzu kamen mehrere Erdrutsche.

Soldaten helfen den Einwohnern Moncoas (Kolumbien). Drei Flüsse hatten sich in der Nacht zu reißenden Strömen entwickelt, die wie Lawinen alles mitrissen, hinzu kamen mehrere Erdrutsche.

Bogotá. Aufgrund fehlenden Stroms haben die Behörden in Kolumbien die Suche nach Vermissten bei einer der schwersten Katastrophen in der jüngeren Geschichte des Landes am Samstagabend ausgesetzt. Bei den Überschwemmungen in der Stadt Mocoa kamen nach Angaben von Präsident Juan Manuel Santos etwa 200 Menschen ums Leben. Bis zu 220 Personen wurden noch vermisst. Die Toten wurden in eine notdürftige Leichenhalle gebracht. Dort bemühten sich Experten um die Identifizierung.

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Heftige Regenfälle hatten dazu geführt, dass drei Flüsse über die Ufer traten und gegen Mitternacht Wassermassen durch die Stadt Mocoa nahe der Grenze zu Ecuador strömten. Dabei wurden Häuser, Autos und Bäume weggerissen, als Bewohner in ihren Betten schliefen. Die Suche nach Opfern sollte am Sonntag bei Tageslicht weitergehen. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahl der Toten steigt.

Präsident macht Klimawandel für Katastrophe verantwortlich

Santos reiste am Sonnabend nach Mocoa und erklärte die Stadt, die etwa 40.000 Einwohner hat, zu einer Katastrophenzone. Der Präsident machte den Klimawandel für die Katastrophe verantwortlich. Die Regenfälle in der einen Nacht entsprächen fast der Hälfte der Niederschlagsmenge, die Mocoa normalerweise im gesamten Monat März bekomme.

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Das regionale Krankenhaus hatte Probleme dabei, mit dem Ausmaß der Krise fertig zu werden. Der Anästhesist Herman Granados sagte, er habe die Nacht hindurch an Opfern gearbeitet. Das Krankenhaus habe keine Blutbank, die groß genug sei, um mit der Zahl der Patienten umzugehen. Der Vorrat schwinde schnell. Einige der Krankenhausmitarbeiter kamen, um zu helfen, obwohl ihre eigenen Verwandten noch vermisst wurden.

„Gott sei Dank haben wir unsere Leben“

Die Krise dürfte als eine der schwersten Naturkatastrophen in der jüngeren Geschichte Kolumbiens in Erinnerung bleiben. Doch hat das Andenland noch verheerendere Umweltkatastrophen erlebt. 1985 waren knapp 25.000 Menschen getötet worden, als der Vulkan Nevado del Ruiz ausbrach und dadurch Schlammmassen und Trümmer die Stadt Armero unter sich begruben.

Eduardo Vargas, der der Flut mit seiner Frau und seinem sieben Monate alten Kind entkommen konnte, sagte, Nachbarn hätten gegen seine Tür geklopft und ihn dadurch geweckt. Der 29-Jährige konnte sich mit seiner Familie auf einen kleinen Berg retten, bevor ihr Haus zerstört wurde. Als er am Samstag den Ort seines Hauses wieder erreichte, war vom Hab und Gut seiner Familie nichts zurückgeblieben. „Gott sei Dank haben wir unsere Leben“, sagte Vargas.

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Von AP/dpa/RND

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