Sumpfkrebse sorgen für Aufregung in Berlin

Klein, rot und gepanzert: Der Sumpfkrebs wandert durch Berlin.

Klein, rot und gepanzert: Der Sumpfkrebs wandert durch Berlin.

Berlin. Sie werden bis zu 15 Zentimeter groß, haben auffällige Dornen an den Scheren und sind im Tiergarten in Berlin eigentlich alles andere als zu Hause: Doch genau dort sorgt der Rote Sumpfkrebs derzeit für helle Aufregung. „Wir bekommen fast täglich Anrufe, dass die wandernden Tiere gesichtet wurden“, sagt Ulrike Kielhorn, Naturschutzreferentin beim Nabu Berlin. Die ersten Anrufer meinten sogar, sie hätten Skorpione im Tiergarten gesichtet. Doch Katrin Koch von der Wildtierberatung konnte beruhigen. Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs ist ungiftig und sogar essbar. Allerdings ist er fremd in Berlin – zumindest bisher.

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Die Tiere sind in Nordamerika zu Hause und stehen auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten der EU-Kommission. Darauf ist auch die Nilgans, der Waschbär oder der kleine Mungo zu finden. Alles Arten, die möglichst aus Europa ferngehalten werden sollen, weil sie heimische Arten verdrängen. Der Amerikanische Sumpfkrebs ist laut Nabu eine Gefahr für den heimischen Sumpfkrebs, weil er die sogenannte Krebspest übertragen kann. Der "Berliner Kurier" titel deshalb schon "Ami-Krebse bringen die Pest nach Berlin".

Einige Bestände gehen auf Aussetzungen zurück, etwa wenn Aquarienbesitzer das Interesse an den Tieren verloren haben. „Dieses Jahr haben wir es aber zum ersten Mal, dass sie sich massiv rausbegeben“, sagte Nabu-Expertin Kielhorn. Vermutlich wollten die Krebse neue Gewässer besiedeln. Aktuell seien die Schalentiere aber auch wegen der hohen Wasserpegel nach dem regenreichen Sommer unterwegs und würden daher entdeckt, vermutet der Berliner Wildtier-Experte Derk Ehlert. Die Krebse leben in selbstgegrabenen Röhren im Böschungsbereich: „Wenn das Wasser steigt, verlassen sie das sinkende Schiff.“

Aus Sicht der Naturschützer müssten die Exoten daher am Tiergarten eingesammelt werden – das gelte aber als Wilderei. Um sammelnd einzugreifen, sei es bereits zu spät, fürchtet dagegen Ehlert. „Es sind schon zu viele.“

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Von nl/dpa/RND

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