Umstrittene Gaspipeline

Von Nord Stream 2 zu Nord Stream 3? Architekt will aus den Rohren ein Gebäude in der Ostsee bauen

Einer der Entwürfe für das Projekt „Nord Stream 3".

Einer der Entwürfe für das Projekt „Nord Stream 3".

Die umstrittene Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 war im September 2021 fertiggestellt worden, ist aber nicht in Betrieb gegangen. Daran wird sich auch absehbar nichts ändern: Nach Beginn von Wladimir Putins Kriegs in der Ukraine stoppte die Bundesregierung die Zertifizierung von Nord Stream 2, das Projekt liegt auf Eis. Doch was passiert mit der Pipeline, wenn sie keiner mehr benötigt? Der Münchner Architekt Benedikt Hartl hat dafür eine kreative Idee, über die die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.

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Hartl will demnach die auf dem Grund des Meeres versenkten Rohre an die Oberfläche holen und daraus ein Gebäude in der Ostsee errichten. In einem „Akt der Völkerverständigung und als ein Zeichen des Friedens“, wie er gegenüber der Zeitung sagte. Demnach müssten etwa 400 Meter Pipelinerohre aus der Ostsee ausgegraben und in Segmente geschnitten werden, um daraus ein Gebäude mit 194 Schlafkojen zu errichten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Pipeline in den nächsten Jahren in Betrieb gehen wird“, sagt der Architekt.

Blick in das vom Architekten Benedikt Hartl angedachte Gebäude.

Blick in das vom Architekten Benedikt Hartl angedachte Gebäude.

194 Schlafkojen aus Nord-Stream-2-Rohren

Der Entwurf, den er „Nord Stream 3″ nennt, könne dem Frieden und der Völkerverständigung dienen: Die 194 Schlafkojen würden per Zufallsgenerator jeden Monat an Menschen weltweit verlost, jeder Staat würde eine Schlafkoje belegen können, stellt sich Hartl vor. Während des einmonatigen kostenlosen Aufenthalts könnten die Menschen zusammenkommen, in einen Austausch treten und Vorurteile abbauen. Sogar Architekturentwürfe hat Hartl bereits erstellt. Besonders realistisch dürfte eine tatsächliche Umsetzung freilich nicht sein.

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Die 1230 Kilometer lange Doppelstrangpipeline führt vom westrussischen Wyborg nach Lubmin bei Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). Seit Ende Dezember sind beide Stränge vollständig mit technischem Gas befüllt. Die Leitung, deren Bau 2018 begann, sollte 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Deutschland liefern, die Baukosten wurden bislang mit mehr als 10 Milliarden Euro angegeben.

RND/seb

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