Waffenhändler und Salonlöwe: Adnan Kashoggi ist tot

Adnan Kashoggi auf einem undatierten Foto.

Adnan Kashoggi auf einem undatierten Foto.

London. Er war der Onkel von Dodi Al Al Fayed , eng befreundet mit Elizabeth Taylor und wohl eine der schillernsten sowie umstrittensten Personen des Jetset der Achtzigerjahre: Jetzt ist Adnan Kashoggi, schwer reicher saudischer Waffenhändler, im Alter von 82 Jahren in London gestorben. Zum ersten Mal geriet Kashoggi in den Achtzigerjahren in die Schlagzeilen. Damals wurde dem Geschäftsmann aus Saudi Arabien angelastet, eine Schlüsselfigur in der sogenannten Iran-Contra-Affäre zu sein. 1989 wurde Kashoggi wegen illegaler Geschäfte sogar kurzzeitig in der Schweiz inhaftiert. Doch sogar im Gefängnis soll sich der luxusverwöhnte Saudi die Mahlzeiten aus dem Schweizerhof liefern lassen haben.

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Sein Vermögen soll sich auf 4 Milliarden Dollar belaufen

Khashoggi wurde am 25. Juli 1935 in Mekka geboren. Seine Ausbildung absolvierte er am Victoria College in Alexandria in Ägypten sowie an der California State University und in Stanford. Doch das Studium brach Kashoggi ab. Sein Ziel war es, schnell Geld zu verdienen. Mit Erfolg: Zu seinen besten Zeiten erwirtschaftete Kashoggi ein Vermögen von bis zu 4 Milliarden US-Dollar. Es gibt Schätzungen, die gehen sogar von über 10 Milliarden Dollar aus. Sicher ist nur, dass Kashoggi einer der reichsten Männer der Welt war, der vor allem zur Zeit des Kalten Krieges viele einträgliche Deals mit dem Westen schließen konnte.

1987 widmete das „Time Magazin“ Kashoggi ein Cover.

1987 widmete das „Time Magazin“ Kashoggi ein Cover.

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1987 zierte sein Konterfei sogar das Cover des „Time Magazins“. Daneben die Titelzeile: „Die geheimnisvollen Waffenhändler – Adnan Kashoggi, ein Leben auf großen Fuß“. Immerhin: Es heißt, der Waffenhändler habe allein, zur Finanzierung seines extravaganten Lebensstils täglich rund 250.000 Dollar ausgegeben. Auch besaß er mit der „Nabila“ eine der längsten Yachten der Welt, auch bekannt aus dem „James Bond“-Film „Sag niemals nie“.

1961 heiratete Kashoggi die gerade einmal 20-jährige Engländerin Sandra Daly, die kurz nach der Eheschließung zum Islam konvertierte und den Namen Soraya annahm. Doch schon 1974 trennten sich die beiden wieder. Bis man sich einig wurde, welche Summe bei der Scheidung fließen sollte, vergingen noch ein paar Jahre. Erst 1982 wurden sich die beiden Parteien einig. Soraya bekam 850 Millionen Dollar zugesprochen. Die Scheidung gilt bis heute als einer der teuersten der Welt. Zu diesem Zeitpunkt war Kashoggi bereits erneut verheiratet. 1978 ehelichte er die Italienerin Laura Biancolini, die ebenfalls zum Islam übertrat und ihren Namen in Lamia änderte.

Der Champagner lagerte gut gekühlt auf dem Anwesen

Gemeinsam mit Lamia residierte Kashoggi in den Achtzigerjahren auf Marbella, wo die Familie eines der größten Anwesen besaß. Hier feierte man legendäre Parties, die nicht selten mehrere Tage dauerten. Filmstars und Politiker zählten zu den erlesenen Gästen. In der Regel kümmerten sich nicht weniger als sechs Chefköche um das leibliche Wohl, der Champagner lagerte in gut gekühlten Trailern auf dem riesigen Anwesen. Robin Leach, britischer Lifestyle-Reporter, erklärte die fünf Tage andauernde Geburtstagsfeier in Wien für Kashoggis ältesten Sohn zu einer der „extravagantesten Partys, die man auf dem europäischen Kontinent je gesehen habe“.

Von Nora Lysk/RND/dpa

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