Wegen Strafandrohung: Mahnwache für getötete Sarah Everard in London abgesagt

Wegen Strafandrohung durch die Polizei wurde die Mahnwache in London abgesagt.

Wegen Strafandrohung durch die Polizei wurde die Mahnwache in London abgesagt.

London. Eine für Samstag geplante Mahnwache in London für Sarah Everard (33), die mutmaßlich von einem Mann entführt und ermordet wurde, ist aus Sorge vor den rechtlichen Konsequenzen für die Teilnehmerinnen abgesagt worden. Die Initiative „Reclaim these Streets“ (etwa: Erobert diese Straßen zurück) hatte unter anderem zu der Veranstaltung aufgerufen, um auf die ständige Angst von Frauen vor sexueller Belästigung und Übergriffen im öffentlichen Raum aufmerksam zu machen.

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Gespräche mit der Polizei über eine Durchführung unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen seien nicht erfolgreich gewesen, teilte die Initiative per Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Uns wurde gesagt, dass jede der Organisatorinnen eine Strafe von 10.000 Pfund (11.650 Euro) riskiert, sollten die Vorbereitungen weitergehen“, hieß es in der Mitteilung. Auch in anderen Städten des Landes wurden geplante Mahnwachen abgesagt. Die Veranstalterinnen riefen stattdessen nun zu einer Online-Mahnwache und zu Spenden auf. Bis Samstagmittag waren bereits mehr als 100.000 Pfund (etwa 116.500 Euro) zusammengekommen.

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Polizist als Mordverdächtiger

Als dringend tatverdächtig gilt ein 48 Jahre alter Londoner Polizist, der am Samstag dem Haftrichter vorgeführt wurde. Er muss weiterhin in Untersuchungshaft bleiben. Der Mann soll die 33-Jährige am 3. März abends auf dem Heimweg von einer Freundin im Süden Londons entführt und getötet haben. Ihre sterblichen Überreste wurden später in einem Waldstück in der südostenglischen Grafschaft Kent entdeckt. Auch eine 30 Jahre alte Frau, bei der es sich um die Ehefrau des Verdächtigen handeln soll, wurde wegen des Verdachts auf Beihilfe vorübergehend festgenommen.

Der Fall hatte einen riesigen Aufschrei ausgelöst. Tausende Frauen berichteten von Übergriffen, die sie auf der Straße oder in öffentlichen Verkehrsmitteln erdulden mussten oder der Angst, die ständiger Begleiter ist, wenn sie sich im öffentlichen Raum bewegen.

RND/dpa

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